70 Jahre Temafa: Maschinenbau für die Textilindustrie

2019 feiert die Temafa ihr 70-jähriges Jubiläum. Der Hersteller von Maschinen für die Textilindustrie schaut auf eine bewegte Geschichte zurück und einer erfolgreichen Zukunft entgegen. 

1874 gründete Wilhelm Morgner im sächsischen Werdau seinen Maschinenbaubetrieb, der sich in späterer Arbeitsgemeinschaft mit dem 1905 gegründeten Unternehmen Paul Kirchhof Nachfahren, Werdau, zu einem führenden Hersteller von Textil-Vorbereitungsmaschinen entwickeln sollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten 1949, in exakter Fortsetzung ihrer Programme, die beiden Firmeninhaber Reinhard Meissner und der Enkel des Gründers, Wilhelm Morgner, in Bergisch Gladbach mit Dr. Heino Haan die Temafa Meissner, Morgner & Co. GmbH. Die Textilmaschinenfabrik wurde schnell erfolgreich und expandierte. Nach der Zwischenstation in Bensberg von 1950 bis 1971 befindet sich das Unternehmen bis heute im Gewerbegebiet Zinkhütte. Durch die Söhne des Mitbegründers, Friedrich Wilhelm und Norbert Morgner, die mittlerweile das Unternehmen führten, wurde das Werk in Teilschritten mit rund 12.000 Quadratmetern bebauter Produktions- und -Bürofläche neu errichtet. Der klassische Kundenstamm und die Spinnereien verlagerten sich ab 1970 stetig auf die neue „Nonwoven“-Technologie. Bei den sogenannten nicht gewebten Materialien handelte es sich beispielsweise um Wischtücher von Vileda, Kunstleder und Windeln. Die Zuwachsraten waren Jahr für Jahr steigend und die damalige UdSSR war ein Hauptabnehmer. Anfang der 1990er-Jahre führte man etwa 200 Mitarbeiter. Durch den Zusammenbruch der UdSSR fielen schlagartig rund 35 Prozent des verlässlichen Umsatzes weg, was die Temafa in eine ernste Krise stürzte. Sie war gezwungen,
90 Mitarbeiter zu entlassen. In den 1990er–Jahren wurde der Sondermaschinenbau mit einem Zulieferer der Automobilindustrie entwickelt und  als weiteres Standbein aufgebaut. Zunächst mit viel Erfolg. Doch schon 2001 rutschte die Temafa durch gravierende Umsatzeinbrüche erneut in eine Krise. In dieser Zeit trat Dr. Jörg Morgner, Enkel des Temafa-Mitbegründers, in das Unternehmen ein. Die verlustreichen und existenzbedrohenden Jahre 2001 und 2002 zwangen die Geschäftsführung zur umfangreichen Sanierung mit Gehaltsverzicht, Wegfall von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, 40-Stunden-Woche und Abbau auf 58 Mitarbeiter. Neben weiteren Maßnahmen stellte dies die Weichen in eine bis heute andauernde erfolgreiche Zukunft.

Markus Koch (re.) und Daniel Sonntag hängen Maschinenteile zur Pulverbeschichtung auf.

Zusammenschluss und Durchbruch

Ein positives Ergebnis wurde bereits Ende 2003 verzeichnet. Für diese prägenden Erfahrungen ist Dr. Morgner sehr dankbar. „Ich habe erfahren, wie viel Potenzial in der Firma steckt, vor allem in den Mitarbeitern.“ Der promovierte Textilmaschinenbauer kam in der schwierigen Phase in das Unternehmen. „Ich erinnerte mich, wie ich als Kind durch die Hallen lief, das Metall roch und wusste: Ich werde Erfinder wie mein Großvater.“ 2005 kam es zur gewünschten Mehrheitsbeteiligung der Firma DILO aus Eberbach, die Maschinen für die nachfolgenden Prozesse der Temafa herstellt. „Ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsatzsteigerung. Der Weg der DILO Group war nun frei, um komplette Anlagen von der Faservorbereitung über die Vliesbildung bis zur mechanischen Verfestigung aus einer Hand anzubieten.“ Im Jahr der Weltwirtschaftskrise 2009 übernahm Dr. Morgner die alleinige Geschäftsführung und auch sie ging nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei, Kurzarbeit wurde eingeläutet. Heute steht die Temafa nach eigenen Angaben hervorragend da. 2017 betrug der Umsatz etwa 17 Millionen Euro, Tendenz steigend. Mit eigenen Vertretungen der DILO Group in China, Russland, der Türkei und den USA liegt der Exportanteil der Temafa bei etwa 70 Prozent. Sie beschäftigt rund 100 Mitarbeiter inklusive neun Auszubildenden. Der nahen Zukunft sieht Dr. Morgner zuversichtlich entgegen: „Bis Anfang nächsten Jahres sind wir voll ausgelastet. Sollte sich die Konjunktur abkühlen, haben wir genügend Stellschrauben, um gut weiterzukommen.“

Temafa
Maschinenfabrik GmbH

An der Zinkhütte 8
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