Interview mit Volker Suermann, Geschäftsführer der RBW

Das Titelthema heißt „Gemeinsam erfolgreich“. Welche Rolle spielt hier die RBW? Wie ist Ihr Selbstverständnis?

Wir sind Partner der Unternehmen, der Kommunen und anderer wirtschaftsnaher Institutionen im Rheinisch-Bergischen Kreis. So verstehen wir uns als Scharnier zwischen Unternehmen und Verwaltung. Alle Unternehmen können sich mit ihren betriebs- und standortrelevanten Fragestellungen an uns wenden. Wir helfen, eine Lösung zu finden.

In unserer täglichen Arbeit sind wir Kümmerer, Türöffner, Impulsgeber und – ich sage es immer gerne – Sparringspartner der Betriebe aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung ist meiner Meinung nach aber nur möglich, wenn alle die Wirtschaft unterstützenden Institutionen abgestimmt und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wie und dass das funktioniert, möchten wir in dieser letzten Ausgabe der punktRBW darstellen. Ich denke, das ist uns gelungen.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen aktuell?

Wir sprechen permanent und branchenübergreifend mit „unseren“ Unternehmen. Punktuell merken diese, dass das Investitionsklima schwieriger wird. Hier spielen zum Beispiel die bekannten globalen Themen wie der Handelskonflikt USA – China, der Brexit, die Russlandsanktionen, mögliche Autozölle und insgesamt die Veränderungen in der Schlüsselbranche der Automobilindustrie eine entscheidende Rolle. Der Rheinisch-Bergische Kreis hat aber eine stabile diversifizierte Wirtschaftsstruktur, die von vielen Branchen geprägt ist. Hier gibt es einen starken und flexibel agierenden Mittelstand mit Unternehmen, die die aktuellen konjunkturellen He-rausforderungen meistern werden und auch langfristig eigene Antworten auf die entscheidenden Themen der Zukunft finden werden. Bei beiden Aspekten wollen wir sie bestmöglich unterstützen.

Was sind denn die entscheidenden Themen der Zukunft? Welche Antworten könnten die rheinisch-bergischen Unternehmen geben?

Lassen Sie mich mit dem Naheliegendsten beginnen. Das ist die Digitalisierung der Wirtschaft, die immer noch am Anfang steht. Sie wird die Unternehmen weiter antreiben und neue Entwicklungen in den Bereichen Industrie 4.0, Internet der Dinge, Smart Home, Finanzierungen und Arbeitswelt 4.0 anstoßen. Daneben werden neue Antriebstechnologien und Formen der Mobilität die Anforderungen an Produktionsprozesse, Materialien, Dienstleistungen und Mitarbeiterqualifikationen beeinflussen. Auch die Position der Unternehmen in den Wertschöpfungsketten wird sich zum Teil verändern. Der demografische Wandel und der Klimaschutz sind weitere entscheidende Themen für Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Die Antworten auf diese Zukunftsthemen sind natürlich individuell und differenziert. Aber ich bin überzeugt, dass durch Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Bildung und Qualifizierung die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Rheinisch-Bergischer Kreis gesichert und weiterentwickelt wird.

„Die Digitalisierung wird die ­Wirtschaft weiter antreiben und neue Entwicklungen anstoßen.“Volker Suermann

Was bedeutet das für die aktuellen Dienstleistungen und Projekte der RBW?

Zunächst bedeutet es, dass wir unsere Arbeitsschwerpunkte und Angebote laufend überprüfen und an die Erfordernisse anpassen. So bauen wir eine umfassende „Innovations- und Technologieförderung“ aus und präsentieren die zahlreichen Angebote in einem digitalen Schaufenster auf unserer Website. Einen besonderen Fokus wollen wir auf Best-Practice–Beispiele und intensiven Austausch legen. Mich persönlich fasziniert dabei besonders das Regionale-Projekt „INNOVATIONSZENTRUM Digitale Bildung“ von Kreishandwerkerschaft, Kreis und RBW. Hier geht es vor allem um Weiterbildung und passgenaue Qualifizierung. Außerdem freue ich mich auf die geplante Kampagne zum Fachkräfte- und Standortmarketing unserer gemeinsamen Initiative „Kluge Köpfe bewegen“. Arbeitnehmer finden im Rheinisch–Bergischen Kreis attraktive Arbeitgeber mit hervorragenden Karriere-chancen. Das wollen wir gemeinsam mit den Unternehmen bewerben. Auch dafür haben wir in diesem Jahr unsere Kommunikationsstrategie erweitert und modernisiert. Daran werden wir weiterarbeiten. Beim Thema Existenzgründung arbeiten wir eng mit dem Rheinisch–Bergischen TechnologieZentrum zusammen. Wir wollen durch neue Angebote attraktiver für Start-ups und innovative junge Unternehmen werden. Auch das Thema der Unternehmensnachfolge wollen wir proaktiv und systematisch weiterentwickeln. Mehr zu unseren Angeboten, Ideen und Projekten lesen Sie in dieser Ausgabe.

Das Gespräch führte Mirjam Saeger (www.mirjam-saeger.de).