Die Stadt erschließt neue Flächen und baut bestehende aus

Die Herausforderungen, Städte zu entwickeln und Gewerbe- und Industrieflächen zu schaffen, sind in den meisten bergischen Kommunen sehr ähnlich. Wermelskirchen setzt daher auf eine interkommunale, regionale Kooperation mit Burscheid, um im Tandem erfolgreicher, ideenreicher und letztlich auch finanziell effizienter sein zu können. Mit dem „Interkommunalen integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept“ (IKEHK) haben die beiden Städte einen gemeinsamen Weg mit Zielhorizont 2030 beschritten. „Wir sollen dabei nicht nur in den Dialog treten, sondern Projekte auch zielgerichtet umsetzen“, sagt Florian Leßke, zuständig für Wirtschaftsförderung im Amt für Stadtentwicklung.

Mit Hilgen, das sich auf beide Stadtgebiete verteilt, und der Balkantrasse haben Wermelskirchen und Burscheid Flächen, die sie kooperativ bearbeiten und entwickeln möchten. „Die Balkantrasse ist dabei eine Art Perlenkette, an der entlang sich Entwicklungspotenziale aufreihen, mit den Schwerpunkten Ziegelei Hilgen und Rhombus-Areal“, sagt Leßke.

In Hilgen gilt der gemeinsame Plan für die Entwicklung der Alten Ziegelei und des ehemaligen Bahnhofsumfelds. Auf den brachliegenden Arealen werden ein Dienstleistungs- und Kreativzentrum mit einem gastronomischen Angebot, umgeben von Neubauvorhaben mit einer Nutzung von „Arbeiten und Wohnen“, entstehen. Im Fokus steht hier auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Verbindung mit kreativ-künstlerischen Nutzungsmöglichkeiten an einem historischen Indus-triestandort. 

Innerstädtisch stellen in Wermelskirchen der Loches-Platz als Einzelhandelsstandort und das Rhombus-Areal die Flächen mit dem größten Entwicklungspotenzial dar. Am Loches-Platz steht die Stärkung der Nahversorgung im Vordergrund, die damit innerstädtisch verbleibt. Hier werden sich der Vollsortimenter HIT und der Discounter Norma ansiedeln. Ergänzt wird das Einzelhandelskonzept um betreutes Wohnen und eine Radiologiepraxis. 

Das Rhombus-Areal ist derzeit durch die B 51 vom Hauptfußgängerbereich abgeschnitten. „Hier werden wir Lösungen suchen, wie diese hochattraktive Fläche zukünftig einer innerstädtischen Nutzung zugeführt werden kann“, sagt Florian Leßke. Ganz oben auf der Wunschliste steht die Entwicklung zu einem Innovationsquartier mit Platz für Bildung, Forschung, Dienstleistungen und Wohnen oder einem Technologiezentrum – was definitiv ein Highlight für Wermelskirchen und die Region wäre. Sollte der Plan nicht umsetzbar sein, ist die Alternative eine Entwicklung mit Dienstleistung, sozialen Einrichtungen und Wohnen. Sämtliche heute vorhandenen Gebäude müssen abgerissen werden.

Wirtschaftsförderung
in Wermelskirchen
Florian Leßke
Telefon: +49 2196 710-610
E-Mail: f.lesske@-wermelskirchen.de

 


Dönges zieht von Remscheid nach Wermelskirchen

Der Systemlieferant Dönges baut gemeinsam mit seiner Schwesterfirma Wetec eine neue Firmenzentrale in Wermelskirchen. Schon zum Jahreswechsel 2020/21 soll der Umzug erfolgen. Ein hochmodernes Logistik-zentrum entsteht auf 13.500 Quadratmetern Fläche. Noch mal 4.000 sind für das Bürogebäude vorgesehen, das Platz für etwa 150 Mitarbeiter (derzeit 110) hat. 

Als Systemlieferanten von Werkzeugen, Maschinen und Verbrauchsmaterial für die unterschiedlichsten Branchen haben Dönges und Wetec insgesamt rund 100.000 Produkte im Angebot. Damit verlassen Dönges nach 117 Jahren und Wetec nach 32 Jahren die Werkzeugstadt Remscheid. „Der Schritt ist uns nicht leichtgefallen, aber Wermelskirchen bietet uns zahlreiche Vorteile, nicht zuletzt bei der Verkehrsanbindung“, so Geschäftsführer Wolfgang Schulz. 

Bei der Grundsteinlegung (v. l. n. r.): Torsten Prauser, Stefan Lochbichler, Bernd Eichstädt (alle Freyler Industriebau), Wolfgang Schulz, Thomas Pletsch (beide GF Dönges / Wetec), Timo Hilverkus,
Rolf Hilverkus (beide Architekturbüro Hilverkus), Thomas Marner (Technischer Beigeordneter der Stadt Wermelskirchen)


Drei Kommunen, ein Gewerbegebiet

Das Gleisdreieck ist ein interkommunales Gewerbegebiet für Wermelskirchen, Hückeswagen und Remscheid. Das Plangebiet umfasst rund 35 Hektar, davon etwa 12 Hektar auf Wermelskirchener, 19 Hektar auf Remscheider und 4 Hektar auf Hückeswagener Stadtgebiet. Die Fläche wird derzeit überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Zielrichtung ist die Ansiedlung von den standort-ergänzenden Betrieben, am Standort Bergisches Land ansässigen Betrieben und Ansiedlungsmöglichkeiten für Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Aktuell laufen planerische Vorarbeiten (Artenschutzuntersuchung, archäologische Prospektion, Verkehrsgutachten).