Pilotprojekt „Betriebliche Pflegelotsen“ ist erfolgreich

Beim Pilotprojekt „Betriebliche Pflegelotsen“ der Fachkräfteinitiative „Kluge Köpfe bewegen“ werden in 10 Unternehmen Ansprechpartner für Betroffene ausgebildet, damit schnelle Hilfe garantiert wird.

Am 5. September 2017 trafen sich erstmalig die Unternehmensvertreter, die Beteiligten aus der Pflegeberatung der Kommunen sowie Vertreter der Stadt Overath und die Vertreter der Fachkräfteinitiative, die dieses Pilotprojekt gemeinsam umsetzen. Auch der Rheinisch-Bergische Kreis beteiligt sich an dem Pilotprojekt.

„Wir kennen die Problematik der Kinderbetreuung nur allzu gut. Dass es bei der Vereinbarkeit aber auch darum gehen kann, pflegebedürftige Angehörige zu betreuen, ist oft noch ein Tabuthema in den Unternehmen“, weiß Volker Suermann, Geschäftsführer der RBW, die als Netzwerkkoordinator der Fachkräfteinitiative das Projekt federführend betreut. „Dem wollen wir begegnen und Mitarbeitende in Unternehmen als betriebliche Pflegelotsen schulen. Das heißt, kommt es im Kollegenkreis zu einem – meist kurzfristig aufgetretenen – Pflegefall in der Familie, kann sich der Betroffene an den Pflegelotsen wenden. Dieser gibt erste Hilfestellung im Pflege-Dschungel und hat Tipps, wo weitere Unterstützung erhältlich ist.“

Das gesamte Projekt ist auf ein Jahr angelegt und umfasst neben den drei Schulungsmodulen für die zukünftigen betrieblichen Pflegelotsen auch Informationsveranstaltungen für alle interessierten Mitarbeiter der am Projekt beteiligten Unternehmen. Die betrieblichen Pflegelotsen werden vor allem für die Situation pflegender Angehöriger sensibilisiert und lernen grundständiges Wissen im Bereich Pflege kennen. Ebenso werden die Hilfsstruk-turen im Kreis sowie der Region thematisiert.
Die Informationsveranstaltungen behandeln zum Beispiel Themen wie „Gesund bleiben als pflegender Angehöriger“.

Der betriebliche Pflegelotse soll aber nicht die bereits vorhandenen qualifizierten Beratungsstellen ersetzen, sondern in Zusammenarbeit mit ihnen eine schnelle und praktische Hilfe organisieren. Dabei wird der Lotse die Belange des Unternehmens beachten müssen, denn der Mitarbeitende, der Angehörige pflegt, braucht auch die Unterstützung seines Arbeitgebers. Der wiederum kann sich positiv profilieren, indem er ein solches Angebot bereitstellt. In Zeiten des Fachkräftemangels sicher ein wichtiges Kriterium für die Wahl eines Arbeitgebers.

Die punkt.RBW wird nach Abschluss des Pilotprojektes ausführlich berichten. Bei erfolgreicher Durchführung ist eine Wiederholung geplant. Interessierte Unternehmen können sich auch jetzt schon an die RBW wenden.

Ansprechpartnerin bei der RBW:
Bianca Degiorgio
Fachkräftesicherung
Fachkräftemarketing
Tel.: +49 2204 9763-21
degiorgio@rbw.de