Welche Themen haben aus Ihrer Sicht für den Wirtschaftsstandort Rheinisch–Bergischer Kreis besondere Relevanz?

Ich war gerade mit der RBW und Partnern auf der Immobilienmesse EXPO REAL. In zahlreichen Gesprächen wurde erneut deutlich, dass das Umland großer Metropolen sehr attraktiv ist, um dort zu leben und zu arbeiten. Vor unseren Toren liegt Köln und von dieser Nähe profitieren wir. Damit das auch so bleibt, müssen wir die Infrastruktur am Standort weiter verbessern. Da geht es zum einen um die Themen Mobilität, Breitbandausbau, Gewerbeflächen und -immobilien und Ähnliches. Es geht aber auch um Wohnen, Bildung und Erholung. Zudem müssen wir die Demografie im Blick behalten. Es ist also nicht ein einzelnes Thema, dem wir uns jetzt schon tagtäglich stellen. Es ist ein ganzes Bündel, dessen Teilbereiche sich immer auch untereinander bedingen.

Wie kann man diese vielen Aufgaben lösen?

Darauf gibt es eine klare Antwort: Nur im Verbund. Ich habe schon bei meinem Amtsantritt vor zwei Jahren in diesem Magazin gesagt, dass ich unsere Vernetzung innerhalb des Rheinisch-Bergischen Kreises für hervorragend halte. Und ich danke der RBW, dass sie das Thema hier aufgegriffen und vorangebracht hat. Ich sagte aber auch, dass ich die Zusammenarbeit über den Rheinisch-Bergischen Kreis hinaus weiter intensivieren will. Mit der Regionale 2025 Bergisches Rheinland leben wir das mit konkreten gemeinsamen Projekten. Als Vorsitzender des Region Köln/Bonn e. V. habe ich eine fruchtbare Zusammenarbeit in der gesamten Region im Blick. Zudem existieren weitere Netzwerke und Zusammenschlüsse, in denen wir den Austausch über den Rheinisch–Bergischen Kreis hinaus forcieren.

Funktioniert denn der Verbund?

Ja und ich denke, er funktioniert hier besser als an anderen Standorten. Sehen Sie, Unternehmen und Bürger denken und handeln nicht in den kommunalen Grenzen. Da müssen wir mitgehen und gemeinsam mit allen acht Kommunen des Kreises und unseren regionalen Partnern Antworten auf die aktuellen Fragen finden. Das sieht man vor allem an den Themen Mobilität und digitale Infrastruktur, denen sich die Kreisverwaltung ganz besonders widmet. Hierfür stehen beispielhaft das kreisweite Mobilitätskonzept und der Breitbandausbau.

Welchen Stellenwert hat die Wirtschaftsförderung dabei?

Die Wirtschaftsförderung spielt eine bedeutende Rolle und daher ist die RBW natürlich sehr eng in die Kreisthemen eingebunden. Wir haben viele gemeinsame Projekte, über die Sie zum Teil ja auch hier bereits lesen konnten. Das  INNOVATIONSZENTRUM Digitale Bildung im Rahmen der Regionale 2025 ist da sicher ein Leuchtturmprojekt. Aber auch in die Aktivitäten beim Übergang Schule – Beruf ist die RBW stark eingebunden, ebenso bei den Themen Mobilität und Klimaschutz. Sie ist immer unser Kontakt zu den Unternehmen und ein guter Moderator und Begleiter in den Gesprächen. Außerdem bringt sie die Belange der Wirtschaft in unsere Prozesse ein, weil die Sichtweise eben oftmals eine andere ist. Auf der Arbeitsebene ist sie sehr gut vernetzt mit den Wirtschaftsförderern der Kommunen und der Region, was natürlich ganz praktische Vorteile bietet. Also ich bin dankbar für diese Expertise und auch für die vielen neuen Ideen, die die RBW ständig an uns heranträgt.