Die neuen Bürgermeister Rainer Bleek, Wermelskirchen, und Robert Lennerts, Odenthal, im Kurzinterview

Wie würden Sie in einem Satz für den Wirtschaftsstandort Odenthal/Wermelskirchen werben?

Rainer Bleek: Wermelskirchen bietet beste Bedingungen für Unternehmen: eine zentrale Lage, gut ausgebildete Fachkräfte, einen unterdurchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz, eine hervorragende Bildungsinfrastruktur und einen hohen Freizeitwert.

Robert Lennerts: Odenthal ist der touristische Leuchtturm des Bergischen Landes. Wir haben einen attraktiven Wohnort in der Natur, mit sehr guter Anbindung an das Autobahnnetz, und insbesondere an die Städte Bergisch Gladbach, Leverkusen, Düsseldorf und Köln. Für unsere Kinder und Jugendlichen halten wir ein hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot vor und sind ein lukrativer Standort für Einzelhändler, Dienstleister, Handwerker und Gastronomen.

Was ist Ihnen in Sachen Wirtschaftsförderung wichtig, wo möchten Sie Akzente setzen?

Rainer Bleek: Unsere Möglichkeiten, neue Gewerbeflächen auszuweisen und damit neue Unternehmen in Wermelskirchen anzusiedeln, sind begrenzt aufgrund der topografischen Lage und der umliegenden Talsperren. Was bei der Gewerbeflächenentwicklung möglich ist, tun wir. Aber mindestens genauso wichtig ist die Bestandspflege. Wermelskirchen hat eine sehr starke Wirtschaft mit Unternehmen von Weltruf. Es ist meine  Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese Unternehmen weiterhin das passende Umfeld vorfinden, damit sie erfolgreich wirtschaften können. Da spielen neben Erweiterungsmöglichkeiten und der Gewinnung von gut ausgebildeten Fachkräften auch die weichen Standortfaktoren eine Rolle, also Bildungs-, Sport- und Freizeitangebote.

Robert Lennerts: Priorität hat der Breitbandausbau, sodass mehr Dienstleister und internetaffine Unternehmen in ganz Odenthal ansässig werden können. Zudem brauchen wir für kleine und mittelständische Handwerksunternehmen die Möglichkeit, sich bei uns anzusiedeln und ihren Standort in Odenthal zu halten bzw. zu erweitern. Außerdem wollen wir den Einzelhandel fördern, damit die Nahversorgung in Odenthal gesichert ist. Des Weiteren ist es unser Ziel, den sanften, gelenkten Tourismus auszubauen, z. B. durch den Ausbau des I-Punktes in Altenberg und das Errichten einer neuen, touristischen Internetseite.

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit den Unternehmen vor?

Rainer Bleek: Ich möchte einen engen Kontakt pflegen, regelmäßig Firmen besuchen und den Austausch mit den Wirtschaftsverbänden verstetigen. Ich wünsche mir, dass die Unternehmer aber auch von sich aus auf die Stadt zukommen, wenn sie Probleme oder Fragen haben. Sie werden bei mir und meinen Mitarbeitern ein offenes Ohr  finden. Auch wenn die Stadt nicht immer alle Probleme selbst lösen kann,  können wir doch zumindest als Lotse fungieren und Lösungswege aufzeigen.

Robert Lennerts: Ich möchte einen engen und persönlichen Kontakt zwischen den Unternehmern und der Verwaltung pflegen. Dies kann unter anderem durch die Gründung von „Runden Tischen“ erfolgen. Wichtig ist, dass die Gewerbetreibenden wissen, dass der Bürgermeister und die Verwaltung stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben und sie nach Kräften unterstützen wollen. Die RBW ist uns dabei ein sehr wichtiger Kooperationspartner!

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Herausforderungen, vor denen der Standort steht?

Rainer Bleek: Sicherlich die Fachkräftegewinnung und -sicherung, die in einigen Bereichen heute schon ein deutliches Problem darstellt. Darüber hinaus die Bereitstellung von Gewerbeflächen. Nur mit diesen beiden Faktoren wird der Wirtschaftsstandort so stark bleiben, wie er bisher ist. Deshalb arbeiten wir eng und vertrauensvoll mit der RBW zusammen. Die große Herausforderung besteht darin, diese Aufgaben trotz aller Einschränkungen für die Haushaltskonsolidierung erfolgreich zu lösen.

Robert Lennerts: Wie schon erwähnt, hat der Breitbandausbau höchste Priorität. Des Weiteren können unsere Unternehmen aufgrund der fehlenden Gewerbegebiete nur schwer expandieren; hierfür gilt es Lösungen zu finden. Odenthal hat mit einer immensen, stetig steigenden Verkehrsbelastung zu kämpfen. Wir unterstützen daher Lösungsansätze, wie z. B. ein Projekt zur effizienten Lenkung des Schwerlastverkehrs im Rheinisch-Bergischen Kreis, und bemühen uns um eine Ausweitung des ÖPNV-Angebotes in Verknüpfung mit Park & Ride.

Rainer Bleek, Bürgermeister der Stadt Wermelskirchen. Foto: Stadt Wermelskirchen

Rainer Bleek, Bürgermeister
der Stadt
Wermelskirchen.
Foto: Stadt Wermelskirchen

Rainer Bleek lebt seit seiner Kindheit in Wermelskirchen. Nach seinem Abitur studierte er Sozialwissenschaften. 1989 wurde er für die SPD in den Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises gewählt. Seine Schwerpunkte: Soziales, Arbeit, Gesundheit und Abfallwirtschaft. Seit 2004 war er auch Ratsmitglied in Wermelskirchen. Bis zum Amtsantritt arbeitete er seit 1986 als leitender Angestellter bei einer großen Krankenkasse im Leistungsbereich.

 

Robert Lennerts, Bürgermeister der Gemeinde Odenthal. Foto: Sandra Kollmann

Robert Lennerts, Bürgermeister der Gemeinde Odenthal. Foto: Sandra Kollmann

Robert Lennerts wurde 1973 geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach einer Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten studierte der Odenthaler an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln mit dem Abschluss Diplom-Verwaltungswirt. 2012 wurde er zum Polizeihauptkommissar befördert. Lennerts leitete zuletzt den Verkehrsdienst und das Verkehrskommissariat mit 30 Mitarbeitern in Bergisch Gladbach. In seiner Freizeit stand er mit „Den 3 Colonias“ auf der Bühne.