Die Fachkräfteinitiative „Kluge Köpfe bewegen“ gibt Anregungen für die Mitarbeitersuche

Die Fachkräfteinitiative für den Rheinisch-Bergischen Kreis „Kluge Köpfe bewegen“ lud im Dezember 2018 zu einem Austausch ein. Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, um Fachkräfte zu binden und zu finden? Außerdem konnte Landrat Stephan Santelmann die ersten Zertifikate an Betriebliche Pflegelotsen verleihen.

Dass Frauen Stellenanzeigen anders lesen als Männer, sollte längst bekannt sein. Weit gefehlt! Noch immer gehen Unternehmen auf ihrer händeringenden Suche nach Fachkräften zu wenig auf die weibliche Zielgruppe ein. So wird zum Beispiel nur selten erwähnt, dass Arbeiten auch in Teilzeit oder im Homeoffice ausgeübt werden -können. Oder dass der Betrieb sogar Kinderbetreuungsplätze in einer Tagespflege organisieren kann. Oder dass es verschiedene Angebote der Weiterbildung und Qualifizierung gibt, wenn eine Frau nach längerer Auszeit aufgrund der familiären Situation wieder in den Beruf einsteigen will, aber Angst hat, den Anschluss an das Know-how verpasst zu haben. „Wenn Frauen nur drei von fünf Anforderungen in einer Stellenanzeige erfüllen, bewerben sie sich nicht. Im Gegensatz zu Männern“, weiß Sibylle Stippler vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V., die im Rahmen der Infoveranstaltung der Fachkräfteinitiative das Thema vortrug. 

Ihre Empfehlung: „Machen Sie sich als Arbeitgeber klar, was notwendig und was wünschenswert ist. Und erklären Sie, dass man gemeinsam an den wünschenswerten Anforderungen arbeiten kann.“ Dann zeigte sie noch ein Foto, das auf der Karriere-leiter eines Kredit-instituts nur die Männer auf der Spitze der Leiter platzierte, die jungen weiblichen Auszubildenden standen auf dem Boden oder höchstens auf der ersten Stufe der Leiter. Auch Bildsprache ist wichtig!

Aber es sind nicht nur die Frauen, die gezielt anzusprechen sind, weiß Hans–Georg Nelles, Vorsitzender der Landes-arbeitsgemeinschaft Väterarbeit NRW: „Immer mehr Väter wollen sich Familie und Beruf gleichberechtigt teilen. Aber wenn ein Vater in Teilzeit gehen will, ist das wenig anerkannt. Im Gegensatz zu den Müttern, von denen man das fast erwartet.“ Diese Diskrepanz gilt es sichtbar zu machen. Auch Väter benötigen die Wertschätzung ihres Arbeitgebers und – vielleicht noch mehr –die ihrer Kollegen und Kolleginnen.


Pflegelotsen

Betriebliche Pflegelotsen erhielten Zertifikate

Ein anderes Tabuthema im Betrieb ist oftmals die Pflege von Angehörigen, in die übrigens mehr und mehr auch die Söhne und Ehemänner eingebunden sind. Zehn Unternehmen und Institutionen können nun als Pluspunkt in ihre Stellenanzeigen schreiben, dass sie einen Betrieblichen Pflegelotsen haben, der erste Hilfestellung und Beratung bietet, wenn ein Pflegefall auftritt. „So werden Mitarbeiter unterstützt und es kommt nicht zu ungeplanten Ausfallzeiten, beide Seiten können nur gewinnen“, erläutert Bianca Degiorgio, die bei der RBW die Netzwerkkoordinatorin von „Kluge Köpfe bewegen“ ist. Im Rahmen der Veranstaltung am 12. Dezember 2018 im Kreishaus des Rheinisch-Bergischen Kreises nahmen fünf von insgesamt 15 Betrieblichen Pflegelotsen ihre Zertifikate über die Schulung, die die Fachkräfteinitiative durchgeführt hatte, von Landrat Stephan Santelmann entgegen. Er gratulierte und betonte, wie wichtig dieses Angebot sei. So nahm natürlich auch ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung an der Qualifizierung teil. Dieses kostenfreie Angebot mit drei halben Schulungstagen wird 2019 wiederholt. 

V. l. n. r.: Gerhard Weber – Rheinisch-Bergischer Kreis, ­Diana Heinze – Jobcenter RheinBerg, Carina Erbstößer – Federal-Mogul Burscheid GmbH, Stefanie Wittfeld – Stadt Rösrath, Sabine Molinski – Federal-Mogul Burscheid GmbH, Stephan Santelmann, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises | Foto: Lawrenz

Ansprechpartnerin:
Bianca Degiorgio

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