Die Brüssel Steel GmbH ist 2015 von Köln nach Bergisch Gladbach-Obereschbach gezogen

Stahl ist einer der wichtigsten Werkstoffe unserer Zeit. Er findet sich in tragenden Konstruktionen, Autos, Maschinen und in zahlreichen Haushaltsgegenständen. Auch Farbeimer, Verschlüsse und Dosen für Lebensmittel werden aus Stahl hergestellt, genauer gesagt, aus Weißblech. Der Handel mit Weiß- und Feinstblech ist seit Jahrzehnten das Metier der Firma Brüssel Steel. Aber nicht nur. 2003 entwickelte Firmenchef Marc Brüssel eine eigene Produktlinie: Eigenart.

Der 40-Jährige ist selbst seit 20 Jahren im Geschäft. „Ich bin mitten in der Abiturphase hineingeschmissen worden“, erinnert sich Brüssel. Damals war eine Mitarbeiterin in der Firma seines Vaters erkrankt und er musste einspringen. „Da habe ich fürs Leben gelernt“, urteilt er rückblickend. „Gemeinsam mit meinem Vater und dem Azubi habe ich jeden Tag 16 Stunden gearbeitet.“ Nach der Schule war er drei Tage pro Woche im Unternehmen als Sachbearbeiter tätig, an den anderen Tagen studierte er BWL an der Fachhochschule Köln. „Nach dem Studium hab ich dann zwei Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet“, erinnert sich Brüssel. „Doch dann hat mir mein Vater die Pistole auf die Brust gesetzt und wollte eine Entscheidung von mir.“ 2000 übernahm der „Junior“ die Geschäftsführung von Brüssel Steel. „Von dem Tag an hat sich mein Vater zurückgezogen“, erzählt der Firmeninhaber, aber für Fragen würde ihm der inzwischen 77-Jährige jederzeit zur Verfügung stehen.

Bruessel_Steel94_punktrbw-Ausgabe_67Das Unternehmen verkauft Feinstahl aus Deutschland in die ganze Welt. Kein einfaches Geschäft. „Wir sind abhängig von der Weltkonjunktur und den politischen Gegebenheiten in den Zielländern“, sagt Brüssel, dessen Unternehmen vor allem Stahl in Schwellen- und Drittländer vermittelt. „Die erste Hälfte 2015 war sehr stark, die zweite sehr schwach wegen des Zusammenbruchs des chinesischen Marktes.“ Um sich ein zweites Standbein zu schaffen, entwickelte die Firma eine eigene Produktlinie mit gehobenen Küchenaccessoires in auffälligem Design: hochwertige Dosen, doppelwandige Porzellanbecher, Teefilter und Teezubehör aus Glas, Papeterie sowie Kartonagen.

„Angefangen hat es 2003 mit einer Dose“, erzählt Brüssel. Für Tees werden solche Aufbewahrungsutensilien gerne benutzt; und inzwischen sind die Produkte des Bergisch Gladbacher Unternehmens die Nr. 1 in Europa. „Unsere Dosen sind hochwertig, reine Handschmeichler und sogar am Boden bedruckt.“ Zusätzlich zur Dose entwickelte und gestaltete das Unternehmen ein ganzes Sortiment rund um die Teekultur. „Unsere Produkte sind einzigartig schlicht und auffallend“, sagt Brüssel selbstbewusst. Dieses Selbstverständnis führte schließlich zum Namen der Produktlinie. Zu finden sind die Eigenart-Produkte im gut sortierten Facheinzelhandel, in Kaufhausketten mit hochwertigen Waren und im Teegroßhandel. „Wir liefern in 41 Länder, der Vertrieb läuft ausschließlich über uns“, so der Geschäftsführer. „Wir haben keine Handelsvertreter. Wir arbeiten mit Unternehmen und Importeuren zusammen und sind auf internationalen Messen vertreten.“

Jahrelang hatte die Firma ihren Sitz in Köln-Poll. Doch dann kam es zu Problemen in der Lagerhaltung für die Eigenart-Produkte. Daraus entwickelte sich die Idee, selber zu bauen. Mitte 2014 fiel die Entscheidung für das Gewerbegebiet für Bergisch Gladbach-Obereschbach, im Dezember 2014 erfolgte der erste Spatenstich, Anfang Juli wurde das Lager bestückt und die Büros bezogen. „Das war ein sportlicher Zeitplan“, gesteht Brüssel. „Und ein Kompliment an die Deutsche Projektbau und die Stadt Bergisch Gladbach, die uns da so unterstützt haben.“ Jetzt führen von der Heinz-Fröling-Straße zwei Rampen zum Lager. Die benachbarten Büros sind großzügig und hell, im Besprechungsraum sind in Regalen und Vitrinen Dosen, Tassen und Verpackungen aus den Eigenart-Kollektionen ausgestellt. Insgesamt arbeiten hier 15Mitarbeiter.

Produziert werden die Eigenart-Produkte in Asien. Brüssel guckt sich genau an, wo er fertigen lässt, und besucht die Firmen vor Ort. „Zweimal habe ich erlebt, dass die Fabrik, die ich mir angeschaut habe, die sozialen Aspekte nicht berücksichtigt“, erzählt der Firmenchef. „Ich habe sofort die Zusammenarbeit aufgekündigt.“ Doch das sei eher die Ausnahme, denn in Asien hätten sich die Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren gewandelt. „Inzwischen ist es dort fast so wie in der EU, wodurch die Lohnkosten explodiert sind. Auch das Umweltbewusstsein entwickelt sich.“

Die Eigenart-Produkte kommen von Asien nach Europa. Der Stahlhandel läuft genau gegenläufig. Brüssel lacht: „Wir füllen die Schiffe dieser Welt ganz gut.“ Das Geschäft von Brüssel Steel floriert, sowohl im Stahlhandel als auch beim Vertrieb der Küchenaccessoires. Das Lager in Obereschbach ist auch in Hinblick auf die Zukunft errichtet. „Wir möchten aber nicht überdimensional wachsen“, sagt Brüssel. Der Firmenchef hat noch viele Ideen, die er umsetzen möchte. „Man darf nicht stehen bleiben und sich auf seinem Erfolg ausruhen“, sagt er. „Die Welt strebt nach Wirtschaftswachstum. Das funktioniert nur über Verdrängung und über Nischenprodukte.“


Weißblech ist ein kaltgewalztes Stahl-blech mit einer Dicke von 0,13 bis 0,50mm, versehen mit einer ver-edelnden Zinnschicht, die elektrolytisch auf das Blech aufgebracht wird. Zinn wird seit mehr als 1.000 Jahren als ungefährlich deklariert und schützt das rohe Blech vor Rost. Weißblech ist ein sehr vielseitig einsetzbarer Werkstoff.  Neben Nahrungs- und Genussmitteln werden auch Tiernahrung, Farben und Lacke sowie andere Dinge des täglichen Bedarfs in Weißblech verpackt. Darüber hinaus werden aus Weißblech Verschlüsse, zum Beispiel für Glas-flaschen, gefertigt.

Brüssel Steel GmbH
Heinz-Fröling-Straße 7
51429 Bergisch Gladbach
Tel.: +49 2204 30804-60

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