Steintex – ein weltweit bekannter Name für hochwertiges Textilmaschinenzubehör

Alu-Spulen in XXL, hüfthoch, schimmern in schlichter Eleganz wie Designobjekte. Von Wermelskirchen, wo sie gefertigt werden, gehen sie in alle Welt – genau wie ihre kleineren „Geschwister“ aus Kunststoff in Regenbogenfarben. Steintex macht mehr als vier Millionen Euro Umsatz im Jahr mit industriellem Präzisionszubehör, hauptsächlich für die Textilindustrie, aber auch für Draht- und Kabelindustrie. Neben Spulen von 50 bis 1.500 Millimeter produziert das Wermels­kirchener Familienunternehmen Weblitzen und Fadenführungen. Zudem hat es sich auf technischen Kunststoffspritzguss spezialisiert, zum Beispiel für Getränke- und Schlossindustrie.

Die weitläufigen Firmengebäude nahe der A 1 beherbergen Fertigung, Lager und Verwaltung. Hier regieren modernste Maschinen und blitzblanke Sauberkeit – von der Anlage zur Herstellung von Kunststoffspritzgussteilen, wo ein Mitarbeiter gerade Behälter mit Farbgranulat überprüft, bis zur Fertigung von Teilkettbäumen. Geht Walter vom Stein, geschäftsführender Gesellschafter, vorbei, wechselt er mit den Mitarbeitern oft und gerne ein paar Worte, etwa an der Bandstanzmaschine, die wie frisch gewienert wirkt. Qualität soll nicht nur mit DIN-zertifiziertem Qualitätsmanagement produziert, sondern auch gelebt werden. Die Präzision dessen, was hergestellt wird, soll sich Betrachtern bereits im Fertigungsprozess erschließen.

Walter vom Stein führt das Unternehmen in vierter Generation

Walter vom Stein führt das
Unternehmen in vierter Generation

Die Qualität der Steintex-Produkte sorgt bei Spezialgeweben und -gewirken für höchste Stabilität unter Dauerbelastung. Das ist umso wichtiger, als Fäden immer dünner werden. Sie können aus Aramit, Polyamid oder Carbon, sogar aus Basalt bestehen und teils dünner als ein Haar sein (siehe Kasten). Dank der hochwertigen und innovativen Produkte made in Wermelskirchen entstehen zuverlässige Fallschirme, Geo-Textilien, Schwimmbekleidung und hochverschleißfeste Automotive-Textilien, wie sie etwa in Lkw-Sitzen zu finden sind.

Obwohl Steintex rund 60 Mitarbeiter beschäftigt und Vertretungen in vielen Ländern der Erde hat, ist es im Kern das geblieben, was es bei der Gründung 1892 war: ein Familienunternehmen. Walter vom Stein führt es in vierter Generation, Wermelskirchen noch genauso verbunden wie Ururgroßvater Walther vom Stein, der als Riethmacher die Firma gründete. 1968 zog sie ins Industriegebiet, seither stetig weiter wachsend. Dazu tragen besonders drei Gründe bei: Zum einen hat Steintex sukzessive andere Firmen übernommen und ins Unternehmen integriert, darunter die Lüdenscheider Gerhard Conze KG, versiert in Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau, sowie die Kölner Firma Alucolor, Hersteller von Aluminiumspulen und -zubehör für die Textilindustrie. Zum anderen sorgt für Erfolg der hohe Qualitätsstandard, gepaart mit dem Bestreben, für Kunden auch individuelle Speziallösungen zu entwickeln. Daraus folgt fast zwangsläufig, dass der innerbetriebliche Werkzeugbau forciert und ausgebaut wird. Und drittens setzt Steintex auf Forschung und Innovation, weshalb immer wieder Patente angemeldet (siehe Kasten) und Hochschulkontakte gepflegt werden. Gerade entwickelt Steintex mit dem Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen hochverschleißfeste Ersatzteile für das Verarbeiten technischer Fäden, etwa aus Glas, Basalt oder Carbon.

Walter vom Stein erzählt, dass er bei der Entwicklung des Unternehmens „Kraft, Motivation und kreative Energie aus der Tradition ziehe“. Obwohl es nicht sein Traum war, Diplom-Ingenieur im Maschinenbau zu werden und die Firma von Vater Günther vom Stein zu übernehmen, steht er mit ganzem Herzen dahinter. „Ich habe aus der Pflicht eine Kür gemacht.“ Denn da er „durch die Selbstständigkeit die Möglichkeit hat, die Tradition zur Innovation zu machen“, könne er kreativ arbeiten. „Das treibt mich an. Es ist gestaltend.“

Dazu passt, dass der 59-Jährige, der dem IHK-Wirtschaftsgremium Wermels­kirchen vorsitzt, den Nachwuchs fördert, indem er zum Beispiel Grundschüler mit seinem Betrieb vertraut macht. Auch Praktikanten sind gern gesehen – aus Wermels­kirchen genauso wie aus den USA, der Türkei, aus Saudi-Arabien oder Bulgarien. Ayse Tomris, kaufmännische Prokuristin und Walter vom Steins rechte Hand, hat exakt so mal angefangen – als Praktikantin.


NEUES PATENT

Firma Steintex, die etliche Patente im Bereich der Produktion von Textilmaschinenzubehör besitzt, hat eine weitere Innovation beim Patentamt angemeldet. Dieses Mal hat Steintex ein spezielles Verfahren zum Verrunden von Laser-Stanzgraten entwickelt. Dabei geht es darum, in Metallteilen Löcher, durch die Fäden geführt werden, so zu glätten, dass die Fäden beim Weben unbeschädigt bleiben und stabile Gewebe entstehen. Die Unverletztheit der Fäden ist immer schwieriger zu gewährleisten, da sie immer dünner werden. Geschäftsführer Walter vom Stein vergleicht: Vor zehn Jahren sei ein Drahtfaden für Drahtgewebe
0,3 Millimeter dünn gewesen, heute seien 0,03 Millimeter möglich – „das ist eine halbe Haarstärke.“

Steintex oHG
Industriestraße 12–16
42929 Wermelskirchen
Tel.: +49 2196 72900-0
Fax: +49 2196 72900-10
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