Die Bergisch Gladbacher Temos International GmbH zertifiziert weltweit Krankenhäuser und Kliniken

Mosonmagyaróvár ist ein außergewöhnlicher Ort. In der ungarischen Stadt mit 32.000 Einwohnern gibt es 150 Dentalkliniken. Vor allem Österreicher, Schweizer und Deutsche lassen sich hier behandeln – deutlich günstiger als in ihren Heimatländern. Dr. Claudia Mika hat den Ort, dessen Aussprache für sie genauso wie für die meisten ausländischen Patienten ein Rätsel bleibt, gerade besucht: „Unter den 150 Kliniken sind drei bis vier sehr gute. Nur für die interessieren wir uns.“ Eines dieser besten Häuser am Ort bemüht sich gerade um ein Temos-Zertifikat.

Temos steht für die weltweite Zertifizierung von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen nach deutschen Standards. Wer über klinische Gütesiegel spricht, der kommt an der Temos International GmbH nicht vorbei. Das Bergisch Gladbacher Unternehmen mit dem Head Office im Rheinisch-Bergischen TechnologieZentrum (RBTZ) hat sich seit der Gründung im Jahr 2010 mit einem deutlichen Abstand die weltweite Marktführerschaft erarbeitet. Für die Kliniken bedeutet das Temos- Zertifikat eine hohe internationale Reputation. Für Patienten, die sich im Ausland behandeln lassen wollen oder müssen, ist das Qualitätssiegel eine wichtige Orientierung. Das gilt für den deutschen Urlauber, der sich auf einer griechischen Insel das Bein bricht, genauso wie für den Manager, der auf seiner Geschäftsreise in Bangkok, Dubai oder Shanghai auf eine medizinische Behandlung angewiesen ist. Und auch Reisekrankenversicherer vertrauen auf die Expertise aus Bergisch Gladbach.

Rund 60 Mitarbeiter in mittlerweile 18 Regionalbüros tragen zum stetigen weltweiten Wachstum bei. Eine wichtige Rolle spielt dabei der boomende Medizintourismus, der immer breitere Bevölkerungsschichten anspricht.

„Wichtig ist, dass man zu 100 Prozent hinter einer Sache steht.“
Dr. Claudia Mika

„Wir Deutsche sind da zwar eher ängstlich. Zahnbehandlungen kommen infrage, auch Augenkorrekturen per Lasik, aber sonst lassen wir uns medizinisch lieber im eigenen Land behandeln“, sagt Dr. Claudia Mika. „Das ist aber in vielen Teilen der Welt völlig anders.“ Die plastische Chirurgie boomt zum Beispiel in Brasilien. Und der Iran lockt wegen der guten Ausbildung seiner Mediziner viele Menschen aus den Nachbarländern an. Eine ihrer letzten Reisen hat Dr. Claudia Mika nach Cali, die drittgrößte Stadt Kolumbiens, geführt. Auch dort wollen Kliniken von ihr wissen, wie sie sich aufstellen müssen, um internationale Patienten zu akquirieren. Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Denn die Voraussetzungen für ein Temos-Siegel sind hoch.

Vorgeschaltet ist eine umfassende Selbstauskunft der Klinik, die bis zu 1.300 Fragen umfasst und auf einem eigenen Datenbanksystem aufbaut. Aus sieben verschiedenen, auf die jeweilige Fachrichtung ausgerichteten Zertifizierungen wird dabei die passende ausgewählt. Nach der Auswertung und entsprechender Vorbereitung besucht ein Temos-Team mit Ärzten und anderen Spezialisten die Klinik für zwei bis vier Tage. „Wir wollen so viel wie möglich von der täglichen Routine mitbekommen“, sagt Dr. Claudia Mika. „Dafür schauen wir uns im OP genau an, wie die Ärzte dort Operationen durchführen und wie es um die Hygiene bestellt ist. Wir gehen in die Wäscherei und die Küche. Unangemeldet schaut unser Team im Nachtdienst vorbei. Wir krempeln auch mal die Kopfkissen um und schauen, ob es Flecken gibt.“ Eine Klinik in Kroatien ist an den hohen Anforderungen zuletzt gescheitert, andere Einrichtungen bekommen das Siegel zunächst mit Auflagen. Gültig ist es für drei Jahre, dann müssen die Qualitätsstandards erneut nachgewiesen werden.

Wenn sie auf die Anfänge von Temos zurückblickt, wirkt die promovierte Ernährungswissenschaftlerin selbst erstaunt von der rasanten Entwicklung. 2004 als Projekt im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt, hat sie es 2010 als Ausgründung unternehmerisch fortgeführt: „Es ist gut, dass man sich der Hürden nicht bewusst ist, die vor einem liegen. Denn so kann man sie mit Durchhaltevermögen alle nacheinander nehmen. Von null auf weltweit – zum Glück hatte mir das am Anfang niemand gesagt!“ Beim Überspringen der ersten Hürden hat das Unternehmernetzwerk NUK Neues Unternehmertum Rheinland e. V. wichtige Hilfe–
stellungen geleistet. Die Fachberater im RBTZ haben sie im Gründungsprozess mit umfassender Expertise, den geeigneten Büro- und Besprechungsräumen und einem individuellen Persönlichkeitscoaching zur Teamentwicklung unterstützt.  Beim NUK Businessplan-Wettbewerb war sie seinerzeit als Preisträgerin erfolgreich und gewann zugleich wichtige Erkenntnisse für ein erfolgreiches Start-up. Heute engagiert sich die Herkenratherin selbst mit Temos als Alumni-Sponsor bei NUK, um jungen Unternehmensgründern etwas von ihren Erfahrungen weiterzugeben. „Mit Investorendenken allein kommt man in vielen Bereichen nicht ans Ziel. Wichtig ist, dass man zu 100 Prozent hinter einer Sache steht.“

Auf einem Schrank im Büro von Dr. Claudia Mika zeugen Gastgeschenke und Auszeichnungen von ihren Reisen für Temos in über 30 Länder. Ein Mosaikteller aus Jordanien, ein buntes Jeepney-Modell von den Philippinen. Und der IMTJ Medical Travel Award 2017. Auf diesen Preis der wichtigsten Plattform für Medizintourismus weltweit ist sie besonders stolz: „Ich bin ein sehr ethisch und moralisch denkender Mensch. Wenn das von außen jemand anerkennt, tut das besonders gut.“

Temos International GmbH
Friedrich-Ebert-Straße 75
51429 Bergisch Gladbach
Tel.: +49 2204 426480
www.temos-worldwide.com


8th international Temos conference

Healthcare Abroad & Medical Tourism

Die diesjährige „8th International Temos Conference” der Bergisch Gladbacher Temos International GmbH findet vom 3. bis 5. Dezember in Düsseldorf im Hotel Intercontinental statt und bietet den Teilnehmern aus 30 Ländern, den Akteuren in der Medizintourismus-, Assistance- und Versicherungsbranche, Experten, Interessierten und Entscheidern aus dem Klinik-Top-Management des globalen Temos–Netzwerkes Raum für Diskussionen und Austausch zu aktuellen Entwicklungen und Kooperationen. Wie in den vergangenen Jahren sind auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) –  die Temos ist eine Ausgründung aus dem DLR Köln – sowie das Skolkovo Institute of Science and Technology, Moskau als Partner mit dabei.

3. bis 5. Dezember 2017, Hotel Intercontinental, Düsseldorf