Bei einer Foto-Ausstellung können sich die Besucher auf eine Zeitreise begeben

Unter dem Titel „Schlaglichter – Sechs Jahrzehnte Technologieentwicklung in Moitzfeld“ ist am 21.Juni eine ganz besondere Foto-Ausstellung im Casino des TechnologieParks Bergisch Gladbach eröffnet worden. Die Besucher erwartet eine bebilderte Zeitreise, die in der Zeit beginnt, als zwischen Moitzfeld und Bockenberg in zwei Gruben noch Buntmetallerze abgebaut wurden, und mit einem Ausblick in die Zukunft endet. Natürlich kommen die Interatom-Zeit und die anschließende Entwicklung hin zu einem modernen TechnologiePark mit heute 2.400 Mitarbeitern in 140 Firmen und integriertem innovativen Gründerzentrum nicht zu kurz.

TBG05_punktrbw-Ausgabe_67

Zu sehen sind rund 40 ganz unterschiedliche Fotos. „Auch wenn diese Schlaglichter weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch auf wissenschaftliche Darstellung erheben, so kann diese Rückblende für viele Jüngere doch erste Einblicke in eine wahrscheinlich unbekannte Wirtschaftsgeschichte bieten“, sagt Parkmanager Albert Hanseder-Schiessl. „Und bei manch älteren Bergisch Gladbachern mag die Ausstellung Erinnerungen an vielleicht schon Vergessenes wecken“, ergänzt Martin Westermann, einer der Geschäftsführer des Rheinisch-Bergischen TechnologieZentrums (RBTZ), der die Entwicklung seit mehr als 20 Jahren begleitet. Bei den unterschiedlichen Bildern aus sechs Jahrzehnten fällt es schwer, einzelne Aufnahmen hervorzuheben. Viel Interesse bei der Ausstellungseröffnung gab es beispielsweise für das Foto der „Robin Wood“-Demonstration, die im Januar 1989 vor dem damaligen Interatom-Gelände von Siemens stattfand, um gegen die Genehmigung der Konstruktion eines Hochtemperaturreaktormoduls zu protestieren. Viele der Ausstellungsbesucher konnten sich noch gut an die Demonstration und die allgemeine Anti-Atom-Stimmung einige Jahre nach dem Gau in Tschernobyl erinnern – ganz anders als noch bei der Eröffnung im Jahr 1960, als die Atomforschung viel Ansehen genoss. Ende April 1993 wurde wieder demonstriert – diesmal allerdings von den Siemens-Interatom-Beschäftigten, die die kurz zuvor angekündigte Schließung des Standorts am Bockenberg verhindern wollten – vergeblich. Danach eröffneten sich „Neue Perspektiven“, wie das erste Foto der Nach-Interatom-Ära überschrieben ist, auf dem das Empfangsgebäude im neuen „TechnologiePark“-Look zu sehen ist, nachdem die Kölner Lammerting Immobilien Gruppe das Gelände erworben hatte. Ein wichtiges Bilddokument auch: die Unterzeichnung des Gründungsvertrages für das Rheinisch-Bergische TechnologieZentrum, das Anfang 1995 an den Start ging und sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte – bis heute unterstützt das Gründerzentrum als Gründungseinrichtung der regionalen Wirtschaftsförderung technologieaffine und innovative Existenzgründer und berät diese gemeinsam mit der RBW. Das hochgesteckte Ziel der engagierten Gesellschafter – Rheinisch-Bergischer Kreis, Stadt Bergisch Gladbach, Kreissparkasse Köln und IHK zu Köln: neue Unternehmen anzusiedeln, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und Fachkräfte in der Region zu halten.

Hans-Dieter Angerer (rechts), zuvor Standortleiter der Siemens-Tochter Interatom, ­gründete 1995 die TBG Verwaltungsgesellschaft und galt viele Jahre als Macher mit kreativen Ideen – wie hier im Bild – mit einer Initiative zur Verbundausbildung, bei der mehrere Betriebe im TechnologiePark zusammenarbeiten

Hans-Dieter Angerer (rechts), zuvor Standortleiter der Siemens-Tochter Interatom, ­gründete 1995 die TBG Verwaltungsgesellschaft und galt viele Jahre als Macher mit kreativen Ideen – wie hier im Bild – mit einer Initiative zur Verbundausbildung, bei der mehrere Betriebe im TechnologiePark zusammenarbeiten

Schon 1998 – drei Jahre nach der Gründung – siedelte sich mit der Exatec GmbH & Co. KG die 100. Firma im TechnologiePark an. Immer wieder waren in den Folgejahren prominente Gäste im TechnologiePark, beispielsweise Altbundespräsident Roman Herzog, Bergsteiger Reinhold Messner oder Forschungsminister  Pinkwart, der 2006 feststellte, „dass das RBTZ einen ganz erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum der Region beiträgt“. Einen Großteil der Ausstellung nehmen Fotos ein, die unter dem Motto „Hightech im TBG“ stehen und Szenen aus den verschiedenen Unternehmen zeigen, die zum Teil Weltmarktführer sind.