Bereits zur Jahreshälfte erreicht die Kommune fast das geplante Soll bei der Gewerbesteuer

Die Entwicklung der Overather Gewerbegebiete ist in den vergangenen zehn Jahren rasant vorangeschritten. Lagen die Gewerbesteuereinnahmen vor zehn Jahren noch bei
5,6 Millionen Euro, so werden in diesem Jahr über 14 Millionen erwartet. Der in der Haushaltsplanung für 2019 angesetzte Wert wurde bereits im August überschritten. „Das liegt auch, aber nicht nur an der gesamtwirtschaftlich guten Lage“, so der Erste Beigeordnete Bernd Sassenhof. „Wesentlich ist für uns auch, dass wir einen Kriterienkatalog für die Ansiedlung von Unternehmen aufgestellt haben.“ Dieser enthält beispielsweise das Verhältnis von Fläche zu Arbeitsplätzen, Zahl der Ausbildungsplätze, die Zukunftsträchtigkeit des Unternehmens und der Branche und wie sich ihr Image auf die Stadt auswirkt.

Im Zusammenspiel der Fachressorts Wirtschaftsförderung, Planung, Bauordnung und auch Jugend/Soziales gelang es, eine Reihe erfolgreicher Unternehmen ins Stadtgebiet zu holen und zu halten, die neben Gewerbesteuer auch Praktika, Arbeits- und Ausbildungsplätze, Austausch und Impulse für die Stadt bedeuten. Zu nennen sind beispielsweise ASS Maschinenbau GmbH, der die Stadt für die Produktion von Roboterarmen ein neues Grundstück an der Autobahn zur Verfügung stellte, Barlog Plastics, die am ehemaligen Standort keine Erweiterungsmöglichkeiten sahen, oder AVS Verkehrssicherung, die eine riesige Fläche erhielt, wo sie auch nachts Material wie Schilder und Ampeln auf- und abladen kann. Die Firma Soennecken eG hat eine weitere große Lagerhalle und ein 400 Quadratmeter großes Work-Lab errichtet. Andere wie der Softwarehersteller gicom GmbH wachsen stark und suchen noch neue Räume, um in Overath bleiben zu können.

„Wir sind froh über jede Fläche, die wir noch entwickeln können – aber nicht um jeden Preis“, sagt Sassenhof. Die 117 Hek-tar Gewerbefläche würden von den insgesamt rund 69 Quadratkilometern Stadtgebiet gerade mal zwei Prozent ausmachen, aber 20 Prozent der Steuereinnahmen der Stadt generieren. Das neue Gebiet Ginsterfeld stagniert derzeit wegen noch nicht abgeschlossener Verhandlungen für ein privates Kerngrundstück. Bei der geplanten Gewerbeansiedlung in den Sülzauen in Untereschbach stehen noch politische Entscheidungen aus.

Für den Beigeordneten hängt Wirtschaftsförderung eng mit Stadtentwicklung zusammen. „Neue Unternehmen wollen gute Wohnbedingungen für ihre Mitarbeiter oder eine gute Verkehrsanbindung“, sagt er. Einen großen Schritt zu noch mehr Attraktivität wird hier der neue Haltepunkt der Regionalbahn in Vilkerath sein. Im Rahmen des Projektes „Bauen an der Schiene“ soll eine weitere Baulandentwicklung möglich werden. „Wir wollen eine Infrastruktur schaffen, die auch in 10 bis 15 Jahren noch sinnvoll ist“, so Sassenhof. „Dafür brauchen wir Arbeitsplätze und Wohnraum gerade für junge Familien, um der demografischen Entwicklung entgegenwirken zu können.“ Dass die Kommune dabei so optimistisch wie tatkräftig operiert, zeigt der Bau von gleich drei neuen Kitas im Stadtgebiet. 

Eine sehr erfolgreiche Schnittstelle zwischen Stadt, Unternehmen und Bürgern aus Overath und dem nahen und weiteren Umfeld ist die jährlich stattfindende 4Starters–Berufemesse (ehemals Ausbildungsbörse). Entstanden 1998 zusammen mit der Caritas, liegt sie inzwischen in der Hand der Unternehmer-Initiative Rhein-Berg e. V. (UIRB) und zieht auch große Unternehmen wie die Telekom oder den Zoll und jährlich rund 2.500 Besucher an. „Zur Wirtschaftsförderung gehört, dass ich Ausbildungsplätze biete“, sagt Bernd Sassenhof. „Mit jedem Ausbildungsplatz halten oder holen wir junge Menschen in und nach Overath.“

Wirtschaftsförderung
in Overath
Bernd Sassenhof
Telefon: +49 2206 602-114
E-Mail: b.sassenhof@overath.de

 


Gemeinsam für eine neue Mobilität

Das Projekt „MobilCharta5“ steht für eine innovative und flächensparende, klima– und umweltschützende Mobilität. Die 5 steht für fünf Kommunen, die sich zusammengeschlossen haben. Die Basis bilden Overath und Hennef, die mit einer guten Zuganbindung, aber vollen P&R-Plätzen und angespannter Verkehrssituation ähnliche Bedingungen und Herausforderungen haben. „Wir müssen das Rad ja nicht alle neu erfinden“, sagt Stadtplanerin Nicole Mirgeler. Einbezogen haben die beiden Städte die zwischen ihnen liegenden Kommunen Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth. Gemeinschaftlich wollen die fünf überlegen, welche Lösungen sich für die Mobilitätsherausforderungen entwickeln lassen. Ziel ist es, die Mobilität vom stark individuellen Charakter hin zu öffentlichem Verkehr und Sharing-Angeboten zu verändern. Die nächste Aktivität wird eine Befragung der Bürger zu ihrem Mobilitätsverhalten sein.