Tischlerei Berg ist vom Ein-Mann-Betrieb zu einem Unternehmen mit 45 Mitarbeitern gewachsen

Wachstum, aber mit Bedacht. Generationenwechsel, aber bewusst langsam. Digitalisierung, aber persönlich bleiben. Die Overather Tischlerei Berg hat sich zwischen Tradition und Erneuerung gut aufgestellt. 

Die Tischlerei Berg hat eine rund 200-jährige Historie. Viele Jahrzehnte war sie eine kleine, sich selbst versorgende Tischlerei, die viel für die Stadt Bergisch Gladbach gearbeitet hat. Auch als Thomas Berg den Handwerksbetrieb 1975 übernahm, blieb es das klassische Familienunternehmen mit Werkstatt hinter dem Wohnhaus. Doch von nun an wuchs der Betrieb langsam, aber stetig. 

Es dauerte fast 20 Jahre, bis der Standort in Bergisch Gladbach zu klein wurde. 1993 zog das Unternehmen um nach Overath-Unter-eschbach. Weitere fünf Jahre später stieg Thomas Bergs Tochter Alexandra als gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau ins Unternehmen ein, 2012 dann in die Geschäftsführung. Dazwischen machte sie die Ausbildung zur Tischlerin.

45 Mitarbeiter arbeiten mittlerweile bei der Tischlerei Berg. Auf der Fläche von über 4.500 Quadratmetern wurde in den vergangenen Jahren immer wieder bedarfsgerecht an- und umgebaut. Der Schwerpunkt der Leistungen liegt mit rund 65 Prozent bei der Fertigstellung und dem Einbau von Fenstern. Dennoch hat sich das Unternehmen bewusst breit aufgestellt, zum Beispiel mit Möbel- und Innenausbau sowie Servicearbeiten, die es vielfach für öffentliche Auftraggeber wie die Städte Köln und Bonn oder den Landschaftsverband erbringt. „Wir haben die richtige Größe, um auch umfangreiche Aufträge personell stemmen zu können, ebenso das Know-how für Planung und Umsetzung“, sagt Alexandra Berg.

„Wir sind nicht nur Handwerker.“
Alexandra Berg

Neben Leistungsfähigkeit und Know-how sieht sie die Stärke des Unternehmens in der Devise „Nichts ist unmöglich“ und darin, über den eigentlichen Auftrag hinweg zu denken und zu arbeiten. „Wir kümmern uns und zeigen Bereitschaft, auch zusätzliche Arbeiten in unserer Verantwortung zu übernehmen“, sagt die Geschäftsführerin. 

Dem Fachkräftemangel kann das Unternehmen gut begegnen. Jährlich werden bis zu drei gewerbliche Azubis ausgebildet. Zuletzt wurden über ein IHK-Projekt zwei Studentenaussteiger eingestellt und auch ein Flüchtling aus dem Iran ist mit im gemischten Team. Fast alle Mitarbeiter, die heute in leitenden Positionen sind, haben bereits ihre Ausbildung bei der Tischlerei Berg gemacht. Zu ihnen gehört auch Sascha Büscher, der 2012 gemeinsam mit Alexandra Berg in die Geschäftsführung von Thomas Berg eingestiegen ist. Das gemischte Dreierteam an der Spitze hat viel verändert. 

„Die größte Herausforderung der letzten paar Jahre war die strukturierte Abwicklung von Aufträgen“, sagt Alexandra Berg. Andere Arbeitsabläufe machten die Abwicklung planbarer, kontrollierbarer und weniger fehleranfällig. Die Chancen der Digitalisierung hat das Unternehmen gesehen und umgesetzt. Zeiterfassung und Auftragsabwicklung erfolgen durchgängig elektronisch und die Vernetzung von Informationen machen die Arbeitsabläufe schneller und sicherer. Auch in der Produktion spielt Technologie seit vielen Jahren eine große Rolle. „Der Tischler ist heute auch Programmierer“, sagt sie. 

Hier geht’s zur Ausstellung der Eventmöbel. Der Kontrast ist bewusst so gewählt. Alte Fenster sammelte die Tischlerei auch für die Arbeiten und Ausstattung im „Bootshaus“ in Köln. | Foto: Grunewald

Die Digitalisierung hat auch die Kunden verändert. „Der Kunde ist gut informiert“, sagt Alexandra Berg mit einem Lächeln. „Heute kann sich jeder viele Informationen im Internet einholen.“ Die Folge sei jedoch nicht etwa, dass Aufträge dadurch schneller oder einfacher würden, sondern im Gegenteil. „Der Beratungsaufwand steigt. Häufig müssen wir aus großer Verwirrung die zentralen Informationen herausarbeiten und erläutern, was konkret möglich ist und was nicht.“ Die eigene kleine Ausstellung im Haus, in der viele Ausführungen, Farben und Materialien verarbeitet wurden, hilft dabei. Etwas real sehen und anfassen zu können, ist immer noch der beste Weg zu Verständnis. Kompetente Beratung und persönlicher Kontakt zu Kunden und zu regionalen Lieferanten sind bei aller Veränderung immer ein wichtiger Grundsatz des Unternehmens geblieben. 

Thomas Berg ist jetzt 67 und hat sich aus verschiedenen Aufgaben bereits herausgezogen. „Wir wollen einen Prozess mit sanfter Übergabe – und dafür sind wir gut aufgestellt“, sagt seine Tochter. In einer immer schnelllebigeren Zeit zu agieren, sieht sie eher als Herausforderung: „Wir blicken der Zukunft entspannt entgegen.“

Tischlerei Berg GmbH & Co. KG
Alte Ziegelei 21
51491 Overath
Telefon: +49 2204 7675950
www.tischlerei-berg.de


STANDBEIN EVENTMÖBEL

Foto: Grunewald

Gradlinig, gut zu transportieren, platzsparend zu lagern und schnell auf- und abzubauen: Mit einer besonderen Produktlinie hat sich die Tischlerei Berg mit „Eventmöbel.-koeln“ ein zusätzliches Standbein aufgebaut. Was 2007 mit einem Dinnertisch begann, haben die Profis mit handwerklichem Hintergrund, CNC-Unterstützung und guten Kontakten in der Gastronomie- und Eventszene kontinuierlich weiterentwickelt. Inzwischen reicht das Sortiment von Stühlen, Bänken und Tischen über Barhocker bis hin zu Loungemöbeln und Countern. Die Kunden sind insbesondere Eventveranstalter. Persönliche Beratung und individuelle Fertigung gehören zum Angebot ebenso dazu wie ein Onlineshop. In einer kleinen Ausstellung lassen sich die Möbel, mit Farbspielen ins rechte Licht gesetzt, vor Ort in Untereschbach anschauen. 

www.eventmoebel.koeln