Die Firma Stöcker NaturBauKonzepte saniert Fachwerk

Kräftiges Terrakotta, pastellige Beigetöne, warmes Blau – die Wandflächen des Besprechungsraums dienen als farbige Musterproben. „Wenn die Sonne auf die Volltöne scheint, fangen sie an zu leuchten“, sagt Ralf Stöcker. Wände und Farben sind aus Lehmputz. Mit Naturmaterialien kennt sich der 54-Jährige aus, er ist Gründer der Firma Stöcker NaturBauKonzepte. Seit fast 25 Jahren ist der Betrieb auf die Renovierung und Sanierung von Fachwerkhäusern spezialisiert. 

Wenn Ralf Stöcker anfängt, über natürliche Baumaterialien zu erzählen, gerät er regelrecht ins Schwärmen über Lehm, der trockener als Holz ist, und das Stroh, das im Fachwerk als Armierung dient, damit der Lehm nicht reißt. „Den Oberflächen sieht man nicht an, dass sie aus Lehm sind“, sagt Stöcker. Sie seien nicht chemisch abgebunden und könnten mit Wasser angelöst werden. „Lehm ist gut fürs Raumklima“, erklärt er, Lehm sorge für eine konstante und gesunde Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. „Ideal ist es, die Außenwände mit Wandheizungen zu bestücken.“

Stöcker hat viel Erfahrung mit Fachwerk. Angefangen hat alles mit dem Haus in Witzhelden, das er für sich und seine Familie vor rund 25 Jahren kaufte. Es musste von Grund auf saniert werden und er wollte bei der Sanierung tatkräftig mitwirken und vieles in Eigenleistung realisieren. Er sanierte das Wohnhaus, den alten Kuhstall baute er komplett neu auf.  „Von dem Zimmermann, mit dem ich damals zusammengearbeitet habe, habe ich sehr viel gelernt.“ Stöcker merkte, dass er sich nicht nur sehr viel Fachwissen angeeignet hatte, sondern dass ihm die Arbeit sehr viel Freude bereitete. Das war 1993 der Startschuss für das eigene Unternehmen.  

Das erste Jahr war nicht einfach, doch dann kamen die ersten Aufträge: hier eine Reparatur von Fachwerk, dort die Ausbesserung einer Mauerecke und kleinere Umbauten. Die erste Sanierung eines kompletten Hauses erfolgte 2006/2007. „Das war total heruntergekommen und musste komplett entkernt werden“, erinnert sich Stöcker. Der Aufwand, ein Fachwerk zu sanieren, ist viel größer als ein Neubau, vor allem, wenn es sich um ein Denkmal handelt. „Man baut zunächst zurück, um dann Schritt für Schritt neu aufzubauen“, so Stöcker. Auch wenn die Sanierung historischer Gebäude ihren Preis hat, die Vorteile überwiegen. „Diese Häuser liegen oftmals in Gebieten, wo heute nicht mehr gebaut werden darf. Sie haben einen ganz eigenen Charme und oft sind auch die umliegenden Grundstücke größer.“

Durch die Qualität der Arbeit, die gewachsene Nachfrage an natürlichen Bau-stoffen und die Mund-zu-Mund-Prop-a-ganda hat sich Stöcker NaturBauKonzepte einen Namen gemacht. Die Kunden sind zufrieden, die Auftragslage gut. Dass das Unternehmen mehrfach ausgezeichnet worden ist, trägt dazu bei. „Wenn man mit Kontinuität, Fachwissen und Leidenschaft bei einer Sache ist, dann kommt auch irgendwann etwas zurück“, ist der 54-Jährige überzeugt. Jahrelang führte Stöcker den Betrieb von Witzhelden aus, vor zwei Jahren verlegte er den Firmensitz nach Burscheid. „Hier ist mehr Platz“, sagt er und verweist auf die große Lagerhalle. Der Umzug ist das Resultat der WachstumsWerkstatt Handwerk NRW, die er besucht hat. „Da habe ich mir Input geholt“, erzählt der 54-Jährige. „Und das war für uns die Motivation, mehr zu machen, uns zu entwickeln.“ Inzwischen ist der Betrieb auf
25 Mitarbeiter angewachsen und auch die Zukunft hat Stöcker im Blick. Beide Söhne arbeiten inzwischen im Unternehmen und eine mögliche Nachfolge will er frühzeitig planen. Für einen schrittweisen Generationswechsel holt sich Stöcker externe Unterstützung. Es soll eine zukunftsweisende Struktur entstehen. Dafür werden die Abläufe schon heute optimiert und weiterentwickelt. „Ich will langsam die Verantwortung mit den jungen und engagierten Fachleuten im Unternehmen teilen“, so Stöcker. „Das braucht Zeit. Und dann kann ich mich wieder stärker auf das Handwerkliche konzentrieren.“

 


ONLINESHOP

Stöcker NaturBauKonzepte setzt die hochwertigen Naturbaustoffe nicht nur bei den Renovierungen ein, sondern verkauft sie – in naher Zukunft – auch zeitgemäß über einen Onlineshop. „Wir verschicken dann bundesweit, aber natürlich kann die Ware auch bei uns in Kaltenherberg abgeholt werden“, sagt Firmen-inhaber Ralf Stöcker. Das Unternehmen liegt verkehrsgünstig an der A 1, Ausfahrt Burscheid.

www.naturbaukonzepte.de

Foto: Stöcker

Foto: Stöcker


Ausgezeichnete Arbeit

Die hohe Qualität bei den Restaurierungsarbeiten an Kulturdenkmalen steht im Fokus des Bundespreises für das Handwerk in der Denkmalpflege, der vom Zentralverband des Deutschen Handwerks und von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz alle acht Jahre ausgelobt wird. Stöcker NaturBauKonzepte überzeugte mit der Beteiligung an der Sanierung zweier Altbauten in Köln-Nippes und erhielt im November 2017 den Bundespreis. Diese Auszeichnung wurde in NRW zuletzt 2009 ausgelobt. Bereits damals konnte Stöcker NaturBauKonzepte durch seine Arbeit überzeugen und gehörte zu den Preisträgern. Im Februar 2015 wurde für die Sanierung von Gut Rosendal in Ratingen der Rheinisch-Westfälische Staatspreis für Denkmalpflege für die fachgerechte und wertschätzende Sanierung verliehen, ebenfalls ein Projekt von Stöcker NaturBauKonzepte.