Ingenieurskunst und hoch technologisierte Fertigungs-Messtechnik aus dem TechnologiePark

Modernste Teilchenbeschleuniger für Forschung und Medizin weltweit kommen von RI Research Instruments aus dem TechnologiePark Bergisch Gladbach. Das Unternehmen setzt auf Ingenieurskunst und hoch technologisierte Fertigungs-Messtechnik. 

Der Grundstein von RI Research Instruments liegt in der Siemens-Tochter Inter-atom, die von den 60er- bis in die  80er-Jahre hier am Standort neue Atomkraftwerks-typen entwickelte. 1987 begann der heutige Geschäftsführer von RI Research Instruments, Dr. Michael Peiniger, nach seinem Physikstudium bei Interatom. Anfang der 90er-Jahre beschloss Siemens, sich aus dem Kernkraftgeschäft zurückzuziehen. Die Frage war: Was macht man mit den Technologien und dem Know-how an diesem hervorragenden Ingenieurstandort? Er und sein Mitstreiter Dr. Udo Klein fanden die Antwort: die Entwicklung von Komponenten und Systemen für Teilchenbeschleuniger, die sie beispielsweise für den größten Teilchenbeschleuniger der Welt bauten, der im europäischen Kernforschungs-zen-trum CERN in Genf steht. 

Hier werden fundamentale Fragen der Menschheit wie „Wie entstand das Universum?“ erforscht. Und heute noch baut RI Research Instruments übrigens Schlüsselkomponenten für diese großen Beschleuniger in Bergisch Gladbach-Moitzfeld.

Reinraummontage im Technologiepark von supraleitenden Beschleuniger-Cavities für die Forschungsinstitute DESY und SLAC, USA | Foto: RI Research Instruments

„Wir kamen gerade von der Uni, hatten Lust, Neues zu erschließen, und kannten die Leute weltweit, die Teilchenbeschleuniger betrieben“, erklärt der Physiker. So kam es, dass Peiniger und Klein 1994 durch ein klassisches Management-Buy-out ACCEL Instruments mit 30 Mitarbeitern gründeten und durch die Entwicklung und Kon-struktion von Anlagen für Medizin und Wissenschaft einen neuen Markt erschlossen. 2006 zählte ACCEL durch kontinuierliche Weiterentwicklung 260 Mitarbeiter. Zum Jahrtausendwechsel begann ACCEL, ein neues Produkt für die Medizintechnik im Bereich Krebstherapie mittels Teilchenbestrahlung zu entwickeln – im Gegensatz zur klassischen Strahlentherapie bleibt hierbei gesundes Gewebe nahezu unversehrt. 2007 wurde ACCEL von Varian Medical Systems aus Palo Alto, weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Strahlentherapie, aufgekauft, weil sie an der neuesten Technologie-Generation interessiert waren. 

Am 1. April 2009 wurde das ursprüngliche Geschäft von ACCEL, die Entwicklung und der Bau von Beschleunigerkomponenten und -systemen, zurückerworben und –
RI Research Instruments mit einem Mehrheitsgesellschafter, der amerikanischen Firma Bruker, gegründet. Peiniger hält seitdem wieder einen  Anteil an RI Research Instruments gemeinsam mit weiteren, jüngeren Managern der RI, sodass die Zukunft langfristig gesichert ist. „Eigentlich machen wir heute wieder das, womit wir 1994 angefangen haben: verrückte Sachen, die man nicht bei OBI kaufen kann.“ Den Umsatz von 35 Mio. Euro generiert RI Re-search Instruments zu 75 Prozent mit Forschungsinstituten weltweit und zu 25 Prozent mit der Industrie aus den Bereichen Halbleitertechnik, Medizintechnik, Chemie. Momentan arbeiten bei RI Research Instruments 180 Mitarbeiter – 30 Prozent Engineering, 60 Prozent Fertigung, 10 Prozent Verwaltung – projekt-, nicht produktorientiert, was eine hohe Flexibilität und unterschiedliche Anforderungen an das Personal und das Betriebsgelände stellt. Und genau diesen Anforderungen wird der TechnologiePark in Moitzfeld gerecht. RI Research Instruments ist nicht nur am längsten am Standort ansässig, sondern das drittgrößte Unternehmen im Park und hat kürzlich den Mietvertrag über eine Gesamtfläche von 7.000 Quadratmetern Büro- und Produktionsfläche um 25 Jahre verlängert.

RI Research Instruments GmbH
Friedrich-Ebert-Straße 75
51429 Bergisch Gladbach
Telefon: +49 2204 7062-2500

sales@research-instruments.de
www.research-instruments.de


Unternehmerfamilie Peiniger

Foto: Franke

Dr. Michael Peiniger wohnt mit seiner Frau Angelika in Ennepetal, ist Präsident im Fußballverein TuS Ennepetal und hat fünf Kinder im Alter von 28 bis 35 Jahren. „Das beste Projekt. Es hatte nur einen Nachteil: Sie wollten alle Unternehmer werden“, schmunzelt der 60-Jährige. Zwei seiner Kinder haben ein Unternehmen in Köln und drei in Düsseldorf. „Einmal im halben Jahr treffen wir uns zu siebt zu einer Art Strategie-Treffen. Jeder erzählt an drei Tagen im Tagungshotel und während gemeinsamen Wanderns, was in seinem Unternehmen vor sich geht. So lässt sich einiges in den jeweiligen Unternehmen besprechen und geraderücken.“