In dritter Generation stellt Familie Brochhaus Fertigbauten her – inzwischen bis zu 100 Prozent ökologisch

Interessiert streifen Besucher durch das klassische „Landhaus Kürten“, beäugen nebenan den modernen Kubus der preisgekrönten „Stadtvilla Kürten“. Die Küchen sind eingerichtet, die Betten gemacht. Es ist leicht, sich vorzustellen, in diesem Ambiente zu leben. Und für viele erfüllt sich tatsächlich ein Traum, wenn sie den Kaufvertrag unterschreiben. Jährlich verlassen rund 50 Häuser das NORDHAUS-Areal in Kürten-Broch. Wände und Decken werden in der riesigen Produktionshalle mit viel Handarbeit hergestellt, die Fenster eingesetzt und die Fertigteile auf Transporter verladen. Etwa eine Woche dauert das, und meist kann schon nach drei Monaten eingezogen werden. Diese Schnelligkeit und der Festpreis sind zwei Punkte, die Bauherren schätzen. Von den rund 34.000 Fertighäusern in Deutschland sind etwa 4.000 „Made in Kürten“.

Angefangen hat alles in einer Remise. Dort, in Kürten-Olpe, machte sich Hermann Brochhaus 1924 auf dem elterlichen Bauernhof als Schreiner- und Stellmachermeister selbstständig. 1934 zog er mit Betrieb und Wohnung an den heutigen Standort. Zu Schreinerei, Zimmerei und Holzhandel kam ein Sägewerk mit Turbinenanlage, dessen Sülz-Stau von der Gemeinde als Freibad genutzt wurde. Holz kam aus den eigenen Wäldern, die heute noch etwa 15 Hektar groß sind.

1964 beschloss der Familienrat, die Idee eines Unternehmers aus Verden umzusetzen: Unter der Marke NORDHAUS sollten mehrere deutsche Firmen selbstständig Fertighäuser produzieren und verkaufen, jedoch nach damals einheitlichem Muster und Katalog. Eine Art Franchising, als es dieses Wort noch nicht gab. So entstand 1964 das erste Kürtener NORDHAUS – und steht bis heute an der Höhenstraße in Kürten-Bornen.

Mehr als 50 Jahre Fertigbau – da hat sich viel verändert. Statt großzügiger Bungalows auf großen Grundstücken sind jetzt ein- bis zweigeschossige Häuser für kleine Flächen gefragt. War früher ein Keller Standard, so genügt nun aus Kostengründen meist eine Bodenplatte. Der Bauherr muss nicht mehr aus acht festen Grundrissen und sechs Fliesensorten auswählen, sondern hat unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Waren 1964 zum Aufstellen des Hauses 20 Männer nötig, so schafft dies heute eine Handvoll Profis – mit Kran. Ölheizungen, anfangs Norm, sind Gasthermen gewichen und Wärmepumpen nehmen zu. Auch die Wanddicke hat sich der Energieeffizienz zuliebe geändert: Statt 14 (1964) sind nun 29 Zentimeter Standard.

Diplom-Bankbetriebswirt Holger Cürten (39, li.) bildet mit Christoph Brochhaus (46, 3. Generation, re.) und Paul Dieter Bruchhaus ein Trio. Foto: Glaser

Diplom-Bankbetriebswirt Holger Cürten (39, li.) bildet mit Christoph Brochhaus (46, 3. Generation, re.) und Paul Dieter Bruchhaus ein Trio.
Foto: Glaser

Auch die NORDHAUS-Geschäftsführung hat sich verändert. 2013 stieg erstmals ein Familienfremder in die Geschäftsführung ein: Diplom-Bankbetriebswirt Holger Cürten (39) bildet mit Christoph Brochhaus (46, 3. Generation) und Paul Dieter Brochhaus (72, 2. Generation) ein Trio. Letzterer begründet: „Wir haben ihn zur Zukunftssicherung herangeholt.“ Schließlich solle das Familienunternehmen mit den rund 40 Mitarbeitern und ebenso vielen regionalen Partnern gesund am Markt agieren. Dies umso mehr, als es in der Branche bergauf geht. Das liegt an den kurzen Bauzeiten, der einfachen Umsetzung verschärfter Wärmeschutzgesetze und dem gewachsenen ökologischen Bewusstsein. NORDHAUS produziere nachhaltig, indem Ständerwerkkonstruktionen aus Holz, einem nachwachsenden Rohstoff, errichtet werden, erläutert Christoph Brochhaus. Sie könnten exzellent wärmegedämmt werden, blieben aber atmungsaktiv; zudem sorge ein Lüftungssystem für gesundes Raumklima. Auch eine Lüftungsanlage gehört zu jedem NORDHAUS – und macht Förderungen durch die KfW-Bank möglich.

Gesunde Arbeitsumgebung und eine maßgeschneiderte, auf Energieeffizienz getrimmte Bauweise

Die Leichtbauweise macht den Fertigbau auch gerade da attraktiv, wo mangels Grundstücken Häuser aufgestockt oder umgebaut werden. Zudem möchten neue Eigentümer „in die Jahre gekommene“ Fertighäuser modernisieren und dem Zeitgeist anpassen – für die Kürtener Firma ein Kinderspiel: „Wir haben jede Hausakte noch im Keller“, sagt Paul Dieter Brochhaus. Die günstige Marktsituation veranlasste die Geschäftsführer zu investieren: Anfang 2015 nahmen sie eine neue Holzlagerhalle in Betrieb sowie eine CNC-gesteuerte „Abbundanlage“ für den Holzzuschnitt.

Fertig-Gewerbebau

NORDHAUS produziert nicht nur hochwertige Einfamilienhäuser, sondern ist auch im Gewerbebau seit vielen Jahren spezialisiert. In Geschwindigkeit, Unabhängigkeit von Witterungseinflüssen und Ökologie liege die Stärke der NORDHAUS-Fertighaustechnologie, erklärt Vertriebsleiter und Gewerbebauspezialist Markus Brandt. Kürzlich wurde eine in Teilen zweigeschossige Kindertagesstätte mit einer Nutzfläche von rund 600 Quadratmetern innerhalb von einer Woche aufgebaut. Vom Baubeginn vor Ort bis zum Bezug sind keine fünf Monate vergangen. „Im Gewerbebau sind wirtschaftlich sinnvolle Lösungen gefragt. Dabei spielt eine möglichst angenehme, gesunde Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter sowie eine maßgeschneiderte, auf Energieeffizienz getrimmte Bauweise eine immer wichtigere Rolle“, so Geschäftsführer Holger Cürten.

NORDHAUS Fertigbau GmbH
Broch 2
51515 Kürten
Tel.: +49 2268 9144-0
Fax:  +49 2268 9144-19

RBW-Icon_Mailinfo@nordhaus.de

 

punkt_RBW_Icon_Webseitewww.nordhaus.de