Umfulana wächst als Reiseveranstalter stetig und hat dabei das Wohl der Mitarbeiter im Blick

Die Sehnsucht nach Ferne, die Lust am Erkunden, der Traum vom Weltenbummeln – ein Stück weit sind sie in Kürten zu Hause. Denn dort, mitten im Bergischen Land, gibt es eine erfolgreiche Ideenschmiede, die individuelle Reisen auf den Leib schneidert: Umfulana – ein etwas anderer Reiseveranstalter, dessen Markenzeichen ungewöhnliche und bisweilen fast private Unterkünfte sind: alte sizilianische Olivenmühlen, schottische Schlösser, afrikanische Buschlodges, amerikanische Farmen, gemütliche englische B&Bs, rustikale kanadische Holzhäuser …

Während viele Reisebüros und -veranstalter gegen Internet und Billiganbieter kämpfen, ist Umfulana seit der Gründung 1998 stetig im Aufwind. Die GmbH steigert jährlich zweistellig den Umsatz. Zum Team gehören inzwischen rund 40 Mitarbeitende: das Gros in Kürten, manche in Außenstellen wie Oxford und Hamburg, derzeit acht am zweiten Firmenstandort in Salt Rock/Südafrika. Wieso es dort ein Standbein gibt? Das liegt an der nicht alltäglichen Gründungsgeschichte.

Denn Gründer und Spiritus Rector der florierenden Firma ist kein Reisefachmann, sondern ein Pfarrer. Martin Bach war in Kürten-Delling tätig, bevor er Ende 1996 mit Frau Gabriele und den vier Kindern nach Südafrika auswanderte, um sich dort mit seiner Frau eine Pfarrstelle zu teilen. Fremde Länder interessierten ihn schon immer, wobei er gern ohne vorzubuchen mit dem Schlafsack reiste. „Ich kannte Hotels nur von außen“, erzählt der 62-Jährige schmunzelnd. Das änderte sich, als aus der alten Heimat viele Anfragen nach dem Motto „Mach uns mal eine interessante Reise durch Südafrika“ kamen. Bach begann, interessante Ziele und ausgefallene Unterkünfte zu suchen. Als sich eines Tages sogar Kölns Superintendent mit einer 36-köpfigen Protestanten-Gruppe ankündigte, machte Martin Bach Nägel mit Köpfen: „Umfulana – individuelles Reisen“ wurde gegründet. Das war aber nur möglich, weil er in Tobias Garstka (40) einen kongenialen Mitgründer fand, mit dem er sich seither die Geschäftsführung teilt. Bach kannte den jungen Mann, der gerade eine Banklehre absolviert hatte, aus der evangelischen Jugendarbeit in Kürten.

Der Anfang war klein: Martin Bach konzipierte in einer südafrikanischen Garage die Reiserouten, Tobias Garstka übernahm in einer Kürtener Dachkammer die Kundenpflege. „Es gab bei uns anfangs noch kein Internet“, erzählt der heute in Ründeroth lebende Bach. Die Idee, aus diversen Bausteinen für jeden Kunden eine individuelle Reise zusammenzustellen, hatte jedoch nicht nur technischen Gegenwind. Die Reiseveranstalter-Fachwelt habe „die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen“, so Bach. „Wie wollt ihr denn damit Geld verdienen?“, hieß es.

Doch im selben Jahr wie Umfulana wurde Google gegründet. Das wachsende Internet erleichterte Prozesse und Kundenakquise enorm. „Wir hatten das Glück, in die Zeit zu fallen, in der die Welt digitalisiert wurde“, sagt Bach. Noch ein weiterer Trend kam dem neuen Reiseveranstalter zugute: Immer mehr Menschen haben Geld für Urlaub, jedoch kaum Zeit für die Reiseplanung. Umfulana bietet, was sie suchen: fertig ausgearbeitete Reisen zu Sehnsuchtszielen, ohne Gruppe, auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten. Reisende erhalten ein individuelles, umfangreiches Handbuch, das hilft, die Zeit frei zu gestalten.

Das Umfulana-Gebäude, das 2011 bezogen wurde, ist ein Niedrigenergie-Holzhaus mit minimalen Heizkosten – derzeit wird es gerade aufgestockt

Als die Bachs 2002 nach Deutschland zurückgingen, wechselte der Geistliche ganz in die Reisebranche. 2011 bezog die GmbH ihr markantes Holz-Domizil in Kürten, das sie derzeit um eine dritte Etage von 400 auf 600 Quadratmeter erweitert. Das Geschäft blüht. Umfulana, das als Anbieter für Südafrika-Urlaube startete, bietet längst Reisen auf allen Kontinenten an. Rund 40 Staaten gehören zum Portfolio – Frankreich und Kreta genauso wie Mauritius, Sambia, Vietnam, Myanmar, Costa Rica und Neuseeland; jüngster Zugang war Irland. Jedem Kunden steht eine feste, für sein Reiseland zuständige Länderexpertin zur Seite. Insgesamt werden über 5.000 Unterkünfte jenseits ausgetretener Touristenpfade gepflegt. Für reibungslose Technik sorgt die hauseigene IT-Abteilung, die gerade an einer noch einfacheren E-Mail-Buchung tüftelt.

Führt man als Pfarrer eine Firma anders als andere? Beobachtern fallen Führungsstil und Mitarbeiterpflege auf. Die Hierarchie ist sehr flach, man duzt sich. „Und es gibt eine große Freiheit für die Mitarbeiter“, sagt Martin Bach. Homeoffice wird flexibel gehandhabt. Für Pausen gibt es eine sonnige Wohnküche mit Dachgarten und Grill, mittags wird öfters gemeinsam gekocht. Alle Schreibtische sind verstellbar, sodass im Sitzen oder Stehen gearbeitet werden kann. Mindestens eine Dienstreise wird jährlich ins Sachgebiet-Land angestrebt, Mitarbeiterseminare sind selbstverständlich – auch mal in Namibia. Die Mitarbeiterfluktuation ist gering – guter „Dünger“ für Umfulana.
„Alle schwärmen von den Reisen, die sie mit Umfulana gemacht haben“, erzählt eine Kürtener Geschäftsfrau. Leute, die ein Land entdecken wollen, sind das klassische Klientel des Reiseveranstalters – meist 50plus. 100 Euro pro Person und Tag seien die Faustregel für den Reisepreis, so Martin Bach, der gerade Stress hatte, weil ein Paar sehr kurzfristig zwei Wochen England buchte. „Unsere Unterkünfte in Großbritannien sind seit dem Brexit ausgebucht wie noch nie.“ 70 Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahr! In Zukunft wollen Bach und Garstka mehr Deutschlandreisen anbieten, auch Bahn und Rad stärker als Alternative zum Auto berücksichtigen. Damit Umfulana weiter wächst. Dieses Zulu-Wort bedeutet übrigens „Bach“!

Martin Bach (r.) und Tobias Garstka sind Gründer, Geschäftsführer und Produktentwickler des Unternehmens


Umfulana GmbH
Karlheinz-Stockhausen-Platz 7
51515 Kürten
Tel.: +49 2268 90980
Fax: +49 2268 9098-20
info@umfulana.de
www.umfulana.de

Geöffnet: montags bis freitags 8.30–12 und 14–17 Uhr