Dr.-Ing. Alexander Brändle ist neuer Standortleiter der FHDW

Bergisch Gladbach | Dr.-Ing. Alexander Brändle ist seit Mai neuer Leiter des Bergisch Gladbacher Standorts der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) mit rund 600 Studierenden. Brändle, Jahrgang 1968, war zwölf Jahre lang bei Microsoft in den Bereichen Enterprise Services sowie in Forschung und Entwicklung tätig. Seit 2011 war er hauptsächlich am FHDW-Standort Mettmann beschäftigt.

Herr Dr. Brändle, warum sollte man eigentlich an der FHDW studieren? 

Brändle: In erster Linie natürlich wegen des dualen Studiums, das ein echtes Erfolgsmodell ist. Die Studierenden wechseln quartalsweise zwischen Hochschule und Unternehmen. Während des Studiums können sich beide Seiten „beschnuppern“ und schauen, ob sie harmonieren. An der FHDW zu studieren, bedeutet aber auch: keine überfüllten Hörsäle und keine unpersönlichen Begegnungen. Die FHDW kennt ihre Studierenden. Die Studiengruppen sind immer nur so groß wie eine Klasse: maximal 36 Studierende. Unser Ziel ist es, die Studierenden für die Praxis tauglich zu machen. Dazu gehört nicht nur die Vermittlung von Wissen.

„Die Werbetrommel rühren und an unserem Image arbeiten“

Was gehört aus Ihrer Sicht noch dazu? 

Brändle: Neben der Fachkompetenz auch die Methoden- und Sozialkompetenz. Wir lehren beispielsweise Kommunikation und bieten einen Business-Knigge an. All unsere Professoren kommen aus der Praxis bzw. haben häufig noch immer ein Bein in der Praxis. Sie wissen, was im jeweiligen Beruf erwartet wird.

Wird Ihnen eigentlich angst und bange, wenn Sie auf die demografische Entwicklung schauen? Immer weniger junge Menschen – das bedeutet auch immer weniger potenzielle FHDW-Studierende …

Brändle: Der demografische Wandel ist die eine Seite. Der Wettbewerb mit anderen privaten Hochschulen die andere. Anders als viele öffentliche Hochschulen benötigen wir ja aber auch nicht mehrere Hundert Studenten, die zu uns kommen, sondern eine überschaubare Zahl, die sich dafür sehr bewusst für ein Studium an der FHDW entscheidet. Aber natürlich müssen wir die Werbetrommel rühren – und auch an unserem Image arbeiten.

Am Image arbeiten? 

Brändle: Die FHDW wird, so ist meine Beobachtung, häufig als elitär wahrgenommen. Das wollen wir nicht sein. Und wir sind es auch nicht. Bei uns kann im Prinzip jeder studieren. Ein Studium an der FHDW kostet Geld. (Anmerkung: 620 bis 670 Euro pro Monat im dualen Studium, zuzüglich einmaliger Prüfungsgebühr.) Aber: Viele unserer Partnerunternehmen übernehmen im dualen Bachelorstudium bei fester Kooperation die Studiengebühren ganz oder teilweise. Vor allem im Bereich Wirtschaftsinformatik ist die Nachfrage der Unternehmen sehr groß …

Was tut die FHDW denn, um vom elitären Image wegzukommen und Schüler für die FHDW zu begeistern?

Brändle: Wir arbeiten eng mit Schulen zusammen. Es gibt für Schüler viele Möglichkeiten, in den FHDW-Alltag reinzuschnuppern – beispielsweise bei den Schnuppertagen in den Oster- und Herbstferien, beim Schülerstudium, bei dem Schüler drei Monate lang eine Vorlesung besuchen, beim MINT-Summercamp oder bei der App-Night, wo Schüler zusammen mit Studenten und Dozenten Apps programmieren können. Seit einigen Monaten haben wir eine neue Kollegin, die sich speziell um das Thema Schule kümmert. Da sind wir jetzt sehr gut aufgestellt. Außerdem kooperieren wir in vielen Bereichen mit der RBW, engagieren uns beispielsweise in der Initiative „Kluge Köpfe bewegen“. Und – darum jetzt auch die klare Antwort auf die Frage, ob mir angst und bange wird: Nein!