Digitalisierung für Handwerksunternehmen

Früher ging es mit Zollstock und Aufmaß auf die Baustelle, heute kommen VR-Brille und Tablet zum Einsatz, dazu noch eine passende App. Zudem halten 3-D-Drucker und 3-D-Anwendungen Einzug in Handwerksberufe und die digitale Erfassung von Kundendaten hilft dabei, sehr individuell auf Kunden einzugehen.

Um einen Einblick in die Vielfältigkeit der Digitalisierung zu gewähren, lud die RBW zum Innovationsforum „Digitalisierung im Handwerk“ ein. Gastgeber war die Firma Wurth S+H GmbH & Co. KG im Gewerbepark Herweg in Kürten. Rund 30 Teilnehmer folgten der Einladung der RBW.

Sebastian Wurth zeigte auf, wie sein Unternehmen mit dem Thema Digitalisierung umgeht. Schon früh setzte man hier auf digitale Hilfsmittel. Alle Monteure sind mit mobilen Endgeräten ausgestattet, die Zeiterfassung erfolgt per Smartphone, Kunden bekommen automatisiert eine Info über das Eintreffen des Monteurs, eine digitale Bauakte ermöglicht Einblick in andere Gewerke und neue Bäder können digital geplant und anschließend Kunden bequem in virtueller Realität vorgeführt werden. Und er blickte weiter nach vorne: „Um auch in Zukunft gut ausgebildete Mitarbeiter zu haben, setzen wir auf ständige Weiterbildung im Bereich der digitalen Hilfsmittel. Hieraus erschließen sich viele neue Möglichkeiten, die Arbeit zu vereinfachen. Mittlerweile ist die Digitalisierung bei uns nicht mehr wegzudenken.“

 

Foto: RBW

Steven Teske, Beauftragter für Innovation und Technologie der Handwerkskammer zu Köln, erläuterte anschließend Anwendungsbeispiele aus verschiedenen Gewerken. Diese reichten vom 3-D-Druck und der CAD-Planung und Fertigung über den Drohneneinsatz bis zum Building Information Modeling (BMI), bei dem Daten verschiedener Gewerke einheitlich in einem Konstruktionsmodell darstellbar und abrufbar sind.

Unternehmen können auf dem Weg in die Digitalisierung verschiedene staatliche Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen. Slawomir Swaczyna, Projektleiter für die Bereiche Fördermittel und Technologietransfer bei der RBW, stellte einige Förderprogramme vor und bot die Unterstützung bei der Beantragung an. Nach einer lebhaften Diskussion folgte abschließend ein Betriebsrundgang durch die Wurth S+H GmbH & Co. KG, bei dem die Teilnehmer einen tieferen Einblick in die digitalen Abläufe des Unternehmens bekamen und weitere Fragen stellen konnten.

„Die Digitalisierung ist zum Querschnitts- und zentralen Zukunftsthema der gesamten Wirtschaft geworden. Auch das Handwerk ist stark von der Digitalisierung betroffen und entwickelt sich ständig weiter, wie uns die Beispiele heute eindrucksvoll gezeigt haben“, resümierte Volker Suermann, Geschäftsführer der RBW.