Im RBTZ ansässiges Unternehmen entwickelt Produkte der Zukunft

Ein Auto nach Gefühl und Können einparken? Längst Vergangenheit. Sensoren geben piepsend den Abstand an, Kameras zeigen nicht einsehbare Bereiche und per Knopfdruck rangieren die neueren Modelle sogar ganz alleine. Bei der neuen E-Klasse kann der Fahrer einfach aussteigen und sein Auto per App einparken. Die technischen Möglichkeiten werden vielfältiger, die Anforderungen an die Entwickler immer größer. Ein Aufgabengebiet für DIE TECHNOLOGEN.

„Wir haben drei große Zukunftsentwicklungen im Automobilbereich“, sagt Benjamin Esterle, Geschäftsführer des Unternehmens. Dazu zählen Elektromobilität, autonomes Fahren und die rasanten Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung. „Software ist das neue Benzin“, so der 34-Jährige schmunzelnd. „Es gibt immer mehr Funktionen in Fahrzeugen, die über Software abgebildet werden. Fahrzeuge kommunizieren untereinander, sie verarbeiten Daten aus dem Internet und nutzen diese, um das Fahren angenehmer und sicherer zu machen.“ Vor zwei Jahren gründete Esterle die MIFO Engineering GmbH und bot Entwicklungsdienstleistungen im Bereich Engineering an. Innerhalb kürzester Zeit beschäftigte die Firma über 25 Ingenieure, die bei namhaften Automobilzulieferern vor Ort arbeiten. Der technische Fortschritt führte nun zur Neuausrichtung. Die Bergisch Gladbacher Firma übernahm die Muttergesellschaft MIFO Wagner GmbH in Paderborn, deren Schwerpunkt auf IT-Entwicklung lag, und definierte ihre Zielgruppe neu.

„Software ist das neue Benzin.“
Benjamin Esterle

„Durch die Verschmelzung von klassi­schem, automotivem Entwicklungs-Know-how und einem IT-versierten Team von Programmier-Experten entstehen bei uns die digitalen Produkte der Zukunft“, erklärt Esterle. Die Internetfähigkeit von Autos führt zu völlig neuen Möglichkeiten für den Fahrzeugnutzer, Displays sind individuell gestaltbar, neue Funktionen kommen per WLAN-Update dazu, Musik und Hörbücher sind per Streaming auf Tablets, Smartphones und im Fahrzeug gleichermaßen verfügbar. „Ich will meine Musik schließlich auch beim Fahren hören“, führt er beispielhaft an. Aber nicht nur das. Im vergangenen Jahr taten sich Daimler, Audi und BMW zusammen und erkauften sich durch die Übernahme des Kartendienstes Here die Unabhängigkeit vom Marktführer Google. „Fürs autonome Fahren sind hochpräzise Karten unerlässlich“, ist Esterle überzeugt. „Für werbetreibende sind Positionsdaten sehr interessant. Google nutzt schon heute mobile Echtzeitwerbung und wird mit den im Fahrzeug entstehenden Bewegungsdaten seine Angebote weiter präzisieren. So könnte ein Fahrer, der bei Google nach einem Produkt gesucht hat, während der Fahrt ein begrenztes Angebot von einem Händler erhalten, in dessen Nähe er sich gerade befindet.“

Die Digitalisierung beschäftigt aber auch die Hardware-Entwickler sehr. Ein Handy von heute ist nach zwei Jahren schon veraltet, weil sich Hard- und Software rasant entwickeln, ein Auto ist auf zehn bis 15 Jahre Lebensdauer angelegt. Doch mit welcher Elektronik muss ein Auto ausgestattet sein, damit es auch noch nach fünf Jahren upgedatet werden kann? In dem preisumkämpften Markt ist das vor allem eine Kostenfrage. „Was heute als leistungsfähig gilt, ist sehr teuer, nach kurzer Zeit veraltet und kostet dann auch fast nichts mehr“, so Esterle. Vor diesem Hintergrund ist genau abzuwägen, was investiert wird, sowohl an Leistung als auch an Technik. „Denkbar ist auch, dass einzelne Komponenten einfach auszutauschen sind, so wie früher die Autoradios, die einfach herausgenommen werden konnten.“

Für die Ingenieure und IT-Spezialisten sind solche Abwägungen und Entwicklungen eine große Herausforderung. „Und hier entwickeln wir mit“, so Esterle. „Bei Displays und Infotainmentsystemen sind wir stark engagiert.“ Dabei kommen bei den auftraggebenden Firmen nicht – wie bisher – einzelne Mitarbeiter, sondern direkt gesamte Entwicklungsteams zum Einsatz. Dieses Teamwork sollte sich auch in der neuen Firmenbezeichnung wiederfinden. „Ein Name hat eine bestimmte Wirkung und wir haben uns gefragt, welcher Name zu uns passt“, erzählt Esterle. Die Firmenbezeichnung sollte einen positiven Wiedererkennungswert besitzen und bewusst auf Deutsch sein. Bei der Namenssuche hatte der Firmenchef das A-Team aus der gleichnamigen Fernsehserie im Hinterkopf. „Die kämpfen gemeinsam für eine gute Sache und zu einem solchen Team will man doch unwillkürlich dazugehören, oder?“, sagt Esterle mit einem Augenzwinkern. Jedenfalls können inzwischen 50 Mitarbeiter von sich behaupten: „Ich bin ein Technologe.“

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