Der lokale Sender „Radio Berg“ feiert sein 20-jähriges Bestehen

Seit 20 Jahren wachen die Bürger im Rheinisch-Bergischen Kreis mit Nachrichten aus ihrer Heimat auf. Am 7. Oktober 1995 ist Radio Berg zum ersten Mal auf Sendung gegangen und hat sich im Laufe der Jahre zum beliebtesten Sender in der Region entwickelt. Laut der aktuellen Reichweitenanalyse hören an einem durchschnittlichen Werktag rund 130.000 Menschen zu, wenn Morgenmoderator Basti Wirtz von 6 Uhr bis 10 Uhr gute Laune versprüht oder Melanie Schicha in den Lokalnachrichten die wichtigsten Neuigkeiten aus dem Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis präsentiert. Mit dieser Tagesreichweite von 31,7 Prozent bei den 30- bis 49-Jährigen liegt Radio Berg im Sendegebiet vor den Mitbewerbern 1Live (27,5 Prozent), WDR2 (25,7 Prozent) und SWR3 (2,6 Prozent).

„Unsere Stärke ist, dass wir ganz nah an den Menschen dran sind, ihnen zuhören und uns in sie hineinversetzen“, sagt -Katrin Rehse, seit Januar 2013 Chefredakteurin des Senders. „Weil fast alle Mitarbeiter im Sendegebiet leben und täglich in den Städten unterwegs sind, wissen wir, was die Menschen bewegt.“ Rehse weiter: „Wir berichten dabei aber nicht nur über Skandale, Probleme und negative Ereignisse, sondern erzählen ganz bewusst auch viele schöne, positive Geschichten, damit unsere Hörer motiviert und mit einem Lächeln das Bett verlassen. Die Kunst ist es, Unterhaltung und Journalismus zu kombinieren – nicht banal, aber auch nicht zu verkopft.“

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Die Stimmen der Radio-Berg-Moderatoren kennen also viele Menschen im Rheinisch-Bergischen. Was hingegen viele nicht wissen ist, dass der Rheinisch-Bergische Kreis mit 12,5 Prozent der Anteile einer der Gesellschafter von Radio Berg ist – genauer gesagt: der Radio Berg GmbH & Co. KG. Weitere Gesellschafter sind mit 75 Prozent die Rundfunk-Holding Rhein-Berg/Oberberg GmbH & Co. KG (die ihrerseits vor allem die Interessen des Verlags M. DuMont Schauberg vertritt), der Oberbergische Kreis (6,3 Prozent) und fünf oberbergische Städte und Gemeinden mit zusammen 6,2 Prozent.

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Um zu verstehen, warum sich kommunale Träger an einem Radiosender beteiligen, muss man einen Blick auf die Entstehungsgeschichte der NRW-Lokalradios und das Modell dahinter werfen. Um lokalen Rundfunk zu ermöglichen, zugleich aber Zeitungsverlage nicht zu schwächen, hat die damalige NRW-Landesregierung das Konzept eines Zwei-Säulen-Modells gewählt, das eine Veranstaltergemeinschaft und eine Betriebsgesellschaft vorsieht. Die inhaltlich verantwortliche Veranstaltergemeinschaft ist als Verein organisiert, in dem die örtlichen gesellschaftlichen Gruppen zusammenkommen – also ein ausgewogener Mix aus Politik, Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Sport-, Wohlfahrts- und Naturschutzverbänden und vielen weiteren. Vorsitzender des Vorstands der Veranstaltergemeinschaft Radio Berg ist seit 1992 Dr. Horst Bongardt, langjähriger Kreistagsabgeordneter und ehemaliger stellvertretender Landrat im Oberbergischen Kreis sowie Geschäftsführer der GEW Oberberg.

Die Veranstaltergesellschaft steht in einer engen vertraglichen Bindung mit der Betriebsgesellschaft, die zu 75 Prozent von den lokalen Zeitungsverlegern und zu 25 Prozent von den Kommunen getragen wird. Diese Gesellschaft akquiriert Werbung und finanziert den Sender. „Auf den Inhalt nehmen wir keinerlei Einfluss“, betont Kreis-Pressesprecher Alexander Schiele auf Nachfrage. Und Katrin Rehse bestätigt: „Ich habe noch keinen Versuch der Einflussnahme erlebt.“

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Aber zurück zum Jubiläum: Das wird mit zahlreichen über das Jahr verteilten Aktionen gefeiert. Im Winter wurde beispielsweise mit 20 Hörern gerodelt. Und Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach musste im Rahmen einer Wette 20 Weihnachtsmänner ins Refrather Winterdorf locken. Bei der Sonnenfinsternis Mitte März durften 20 Hörer aufs Radio-Berg-Sonnendeck am Studio in Kürten-Herweg. Und beim Radio-Berg-Putztag wurden 20 Tonnen Müll gesammelt. Höhepunkt ist dann am 30. August ein Tag der offenen Tür. Rehse glaubt übrigens fest daran, dass es Radio Berg auch in weiteren 20 Jahren noch geben wird.  „In Zeiten der Globalisierung werden Traditionen und die Heimat wieder wichtiger. Und man möchte darum nicht nur wissen, was am anderen Ende der Welt los ist, sondern auch, was vor der eigenen Haustür los ist.“

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