PART Engineering: Service und Software weltweit geschätzt wegen genauer Vorhersagen zum Produktverhalten

Was hat eine Kaffeemaschine mit einem Radio oder einem Handy gemeinsam? Etwas, das unsichtbar und doch überaus wichtig und effizient ist: das in die Herstellung einge–
flossene Know-how von PART Engineering. Auch in jedem Auto fährt es mit: Viele Kunststoffteile unter der Motorhaube sind von der Bensberger Firma getestet, besser gesagt: simuliert worden. Denn die im  TechnologiePark angesiedelte Firma bietet einen branchenübergreifenden Service – und auf Wunsch die dazu passende, selbst entwickelte Software gleich mit an. Es geht um die Simulation von Produktverhalten. Egal ob Dichtung, Autoverkleidung oder Kippschalter: Das Unternehmen testet alles. Und zwar ausschließlich virtuell am Computer. Herzstück des Unternehmens ist also nicht Labor oder Teststrecke, sondern der Server.

„Alles, was aus Kunststoff ist, abreißen, einreißen, platzen, versagen kann, das landet früher oder später auf unseren -Tischen“, sagt Dr. Marcus Stojek, der gemeinsam mit Dr. Wolfgang Korte die Geschäftsführung innehat. Neben Kunststoffteilen prüfen sie auch Metallteile in der Simulation auf Herz und Nieren. Wie verhält sich das Objekt unter Belastung, Hitze, bei Dauerbetrieb, im Zusammenspiel mit anderen Komponenten? „Wir können virtuell am Computer Produkteigenschaften vorhersagen“, so Dr. Wolfgang Korte. Die Bensberger Experten rechnen aus, wie ein Produkt schwingt, wie elastisch es ist, wie es auf gewisse Faktoren reagiert. Sie machen ihre Vorhersage genauso für ein Hydraulik-Stecksystem wie für eine Pumpe oder fingerspitzenkleine Sensoren im Autoradio. „Das Größte, was ich hatte“, erzählt Dr. Stojek, „war das Rotorblatt eines Windrads,
42 Meter lang.“ Für den PC-Bildschirm kein Problem.

„Alles, was aus Kunststoff ist, abreißen, einreißen, platzen, versagen kann, das landet früher oder später auf unseren -Tischen.“ Dr. Marcus Stojek

Das Einzige, was die Kunden liefern müssen, sind die CAD-Daten eines Produkts. Sind die erforderlichen Informationen unvollständig oder zu ungenau, lehnen die Geschäftsführer einen Auftrag auch mal ab oder raten zu einer Testreihe „in echt“. Je genauer die Daten, desto exakter die Vorhersage. Die Kunst sei dabei jedoch nicht, die Software mit Daten zu füttern und die Ergebnisse zu lesen, betonen die Firmenchefs, sondern die eigentliche Kunst sei es, die Ergebnisse zu interpretieren.

Darin hat das Unternehmen inzwischen seit der Firmengründung 1999 (siehe Kasten) vielfältige Erfahrung. Signalisierte der Namensteil PART ursprünglich nur „Plastic and Rubber Technology“, so simuliert die Bensberger Firma inzwischen längst auch Elemente aus Metall und anderen Werkstoffen. Außerdem hat sie eine eigene Software kreiert (Converse und S-Life), um die eigenen Qualitätsansprüche umzusetzen und die Aussagekraft der Simulationen ständig weiter zu steigern.

Das Besondere der Software von PART Engineering: Sie verbessert nicht nur die Vorhersagegenauigkeit von Produkteigenschaften, sondern sie sorgt auch dafür, dass Simulationen schneller, effizienter und mit weniger Mitarbeitern durchgeführt werden können. Dr. Wolfgang Korte bringt die Attraktivität für Firmen auf den Punkt: „Wir helfen Unternehmen mithilfe unserer Dienstleistung, ihre Produkte kostengünstiger zu entwickeln und zu produzieren.“

Mit dieser Leistung hat sich PART Engineering eine Nische erobert – rund um den Globus. Die circa 400 Kunden lesen sich wie ein Who’s who der Branchenriesen, Marktführer und Top-Marken. Sie nutzen entweder den Simulations-Service in Bensberg, oder sie mieten oder kaufen die Software, um sie von eigenen Mitarbeitern anwenden zu lassen. Geschätzt wird die Genauigkeit der Simulationen made in Bensberg. „Das können nur wenige weltweit so genau“, sagt Dr. Marcus Stojek. Ernst zu nehmende Mitbewerber im Bereich dieser Software und Ergebnisqualität gebe es auf der Welt nur etwa ein bis zwei Handvoll.

Doch außer der Nische gibt es noch einen zweiten Erfolgsfaktor für Service und Software: die Verständlichkeit. „Komplexe Dinge einfach zu halten, ist sehr schwierig“, sagt Dr. Wolfgang Korte. In ihrem Metier gebe es nur einige Spezialisten, die auf ingenieurwissenschaftlichem Hintergrund das durchblickten. „Wir haben das runtergebrochen auf ein handhabbares Produkt“ – und dies in einer Sprache, die der Nutzer verstehe.

Zur Kundenfreundlichkeit gehört, dass die beiden kreativen Köpfe viel reisen: Zum einen leisten sie dort Support, wo ihre Software eingesetzt wird. Zum anderen halten sie Seminare, um beispielsweise über den „Festigkeitsnachweis von technischen Kunststoffbauteilen“ zu informieren. Dabei übersetzen sie auch diese Inhalte in „normale menschliche Sprache“ und achten auf Praxisnähe – inklusive Rechenübungen. 


Schlichtes Logo, unspektakulärer Firmensitz in Moitzfeld: Kaum einer ahnt, welche weltweit agierenden Top-Hersteller hier Kunde sind. | Foto: Glaser

Zum Team gehören außer den Geschäftsführern noch die Mitarbeiter in Vertrieb und Entwicklung. Ein weiterer Softwareentwickler wird dringend gesucht, um den Bereich weiter auszubauen. Schon jetzt macht das Geschäft mit der Software 40 Prozent des Umsatzes aus – neben den 60 Prozent Simulations-Service. Wer einmal den Nutzen der Simulationen von PART Engineering erkannt hat, will ihn in der Regel nicht mehr missen. Denn: „Die Qualität der Ergebnisse ist dramatisch besser mit der Software als ohne“, sagt Dr. Marcus Stojek. „Sie sind auf einem Auge blind ohne die Software.“ Das kann sich niemand leisten.


PART Engineering GmbH

Die Geschäftsführer der PART Engineering GmbH, Dr. Wolfgang Korte (Bild unten) und Dr. Marcus Stojek, sind beide gebürtige Kölner, 52 Jahre alt und Diplom-Ingenieure in Maschinenbau. Sie lernten sich im Rahmen ihrer Promotionen am Institut für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen kennen. Das Duo stieß auf die Nische der Simulation von Kunststoffprodukten, für die es – obwohl längst ein ebenbürtiger Konstruktionswerkstoff neben Metall – bis heute beispielsweise keine Regelwerke für Festigkeitsnachweise gibt. „Wir wussten, dass wir etwas anzubieten hatten, auf das der Markt gewartet hat“, so Dr. Marcus Stojek. 1999 gründeten die beiden Ingenieure mit einem dritten Studienkollegen, der heute nur noch Mitgesellschafter ist, PART Engineering in Bensberg. Sie haben auch Bücher und wissenschaftliche Artikel veröffentlicht.

Foto: PART Engineering

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