GIDA aus Odenthal entwickelt Software für den Schulunterricht

Mit einem Stift fährt Konstantin Blome über die weiße Fläche des riesigen Bildschirms. Der Otto-Motor ist nun nicht mehr von der Seite, sondern von oben zu sehen. „Hier kann ich einzelne Module ankreuzen und so hervorheben“, erklärt der Geschäftsführer der Firma GIDA und tippt in der Seitenleiste auf die Begriffe Kolben, Nockenwellen und Kurbelwelle. Sofort werden die markierten Motorteile farbig dargestellt. „Ich kann mir das Ganze auch genauer anschauen“, sagt Blome und vergrößert mit einer kurzen Handbewegung den Motor auf ein Vielfaches. Sogenannte Whiteboards sind interaktiv und ermöglichen eine ganz neue Art der Wissensvermittlung. Sie werden an immer mehr Schulen eingesetzt. „Die Software-DVDs der Firma GIDA sind besonders für die Darstellung auf dem Whiteboard konzipiert“, erklärt der GIDA-Chef. GIDA ist die Abkürzung für „Gesellschaft für Information und Darstellung“. Die Firma mit Sitz in Odenthal erstellt Video- und Software-DVDs für den Schulunterricht. Mit der White-board-Software ist sie Marktführer im deutschsprachigen Raum.

„Bei unseren Produktionen orientieren wir uns an den Lehrplänen“, sagt Blome. GIDA produziert Unterrichtsfilme für die Fächer Biologie, Chemie, Geografie, Physik, Technik, Sachunterricht und Wirtschaft sowohl für die Grundschule als auch für die Sekundar-stufen I und II und Berufsschulen. Blome schreibt die Drehbücher. In den Filmen wird nicht einfach nur Wissen über den Aufbau einer Blüte, das Immunsystem, die Akustik und soziale Marktwirtschaft vermittelt. Vielmehr wird eine kurze Geschichte erzählt, die meist aufgelockert wird, beispielsweise durch den grummelnden Professor Lunatus. „Das dient alles der besseren Wissensvermittlung. Wir holen die Schüler da ab, wo sie sind“, sagt Blome und fügt mit einem Schmunzeln hinzu, dass Professor Lunatus bei den Kindern in Bayern schon regelrechten Kultstatus genießt.

Der grummelnde Professor und andere Figuren führen durch mehrere der GIDA-DVDs und Softwareprodukte. Foto: Landschoof

Der grummelnde Professor und andere Figuren führen durch mehrere der GIDA-DVDs und Softwareprodukte.
Foto: Landschoof

Blome hat das Handwerk von der Pike auf gelernt und ist schon lange im Geschäft. „Ich bin genau genommen seit 50 Jahren selbstständig“, sagt der 55-Jährige lachend. Als Fünfjähriger wurde er Kommanditist in der Firma seines Vaters. „Wir waren eine Firma für klassische Auftragsfilme“, erinnert sich Blome. Dort hat er bereits als Jugendlicher bei den Produktionen mitgearbeitet. „Mit 18 war ich ausgebildeter Kameramann.“ Nach dem Abitur ging er für ein Jahr zum Saarländischen Rundfunk, anschließend sechs Monate nach Cambridge der Sprache wegen und sammelte noch ein halbes Jahr Erfahrungen in einer südamerikanischen Werbeagentur. „1983 trat ich voll in die Firma ein und übernahm sie 1994, als mein Vater sich zur Ruhe setzte.“ Der Vater war Wirtschaftsjournalist und erstellte Filme für öffentliche Auftraggeber, unter anderem für das Wirtschaftsministerium, das Presseamt oder die Bundeswehr.

„Die Schulfilmreihe ‚Filmlexikon der Wirtschaft‘ lief allerdings schon seit den 1980er-Jahren nebenher“, so Blome. Doch mit dem Ende der Ära Kohl bekam die Firma immer weniger Aufträge. „Wir haben uns ab dem Jahrtausendwechsel umorientiert, weg von der Auftragsarbeit, hin zu eigenen Produktionen.“ Ein Medienbeitrag über 50 Jahre Bundeswehr war die letzte Auftragsarbeit der Firma. „Seitdem produzieren wir nur noch Unterrichtsmedien für Schule und Ausbildung in eigener Produktion.“

Der Umorientierung folgte der Umzug. Von 1964 bis 1998 saß die Firma in Oberwinter in der Nähe von Bonn. Statt den ehemaligen Auftraggebern in die Bundeshauptstadt Berlin hinterherzuziehen, suchte die Firma die Nähe zur Medienstadt Köln. 2002 fand Blome schließlich den alten Bauernhof in Odenthal. Aus dem Kuhstall wurde eine Wohnung, in dem ehemaligen schieferverkleideten Wohnhaus befinden sich die Geschäftsräume und die alte Fachwerkscheune dient als Lager. Zwölf Angestellte arbeiten bei GIDA, acht in der Produktion und vier im Vertrieb. „Dazu kommt noch ein ganzes Netz von Fachberatern, etwa acht bis zehn Lehrer, die die Projekte begleiten“, so Blome.

Pro Jahr entstehen in Odenthal 15 bis 20 neue DVDs. Seine Produktionen vertreibt das Unternehmen selber. „Jede Fachschaft in jeder deutschen Schule bekommt jedes Jahr einen GIDA-Medienkatalog. Wir haben etwa 14.000 bis 15.000 Schulen als Kunden“, schätzt Blome. Dazu kommen noch die Medienzentren, die Unterrichtsmaterial für die angeschlossenen Schulen bereitstellen. Dass ihm einmal der Stoff ausgeht, kann sich Blome überhaupt nicht vorstellen. „Es gibt so viele Themen, die wir noch nicht umgesetzt haben!“

GIDA-Geschäftsführer Konstantin Blome präsentiert einen kleinen Teil der DVDs, die das Odenthaler Unternehmen auch selbst vertreibt. Foto: Landschoof

GIDA-Geschäftsführer Konstantin Blome präsentiert einen kleinen Teil der DVDs, die das Odenthaler Unternehmen auch selbst vertreibt.
Foto: Landschoof

Im gesunden Mix

Langjährige Erfahrung trifft auf Kreativität

Die GIDA Gesellschaft für Information und Darstellung mbH und ihr Inhaber sowie Geschäftsführer Konstantin Blome stehen in zweiter Generation einer langen Filmtradition. Zwölf Mitarbeiter im Alter zwischen 25 und 50 Jahren gehören zur Belegschaft. Langjährige Erfahrung trifft so im gesunden Mix auf ganz frische Kreativität. Seit gut 25 Jahren werden junge Menschen als Mediengestalter und Medienkaufleute ausgebildet.

GIDA Gesellschaft für Information und Darstellung mbH
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