Wirtschaftsförderer Martin Westermann blickt für die kommenden Jahre auf großflächige Veränderungen in der Stadt. Auf dem Cox-Gelände hinter den denkmalgeschützten Kalköfen soll auf 2,2 Hektar ein neues Viertel entstehen mit Wohnungen und einem Hotel. „Zu möglichen Betreibern des Hotels befinden wir uns im Gespräch mit dem Eigentümer“, so Westermann. Konkret geplant sind 170 Wohneinheiten und ein Hotel mit 100 Betten.

Auf dem angrenzenden Gelände der ehemaligen Gießerei Köttgen entsteht der neue Firmensitz der Isotec-Gruppe. Die alte Fabrikhalle weicht Neubauten, die ab dem kommenden Jahr entstehen und möglichst noch 2021 abgeschlossen sein sollen. 

Was das von der Stadt gekaufte Zanders-Gelände angeht, sieht Westermann zwar ein riesiges Entwicklungspotenzial für die Zukunft, aktuell jedoch kein konkretes Szenario, das verfolgt würde. „Hier sind immer noch ca. 300 Arbeitsplätze und wir tun alles, um diese zu erhalten“, sagt Martin Westermann. „Oberste Maxime ist, die Firma Zanders in ihrer schwierigen Situation zu unterstützen.“ Freigezogene Flächen sollen vermarktet werden, ein Gesamtkonzept gibt es noch nicht, solange die Papierfabrik produziert. Aber auch ohne diese Fläche wird sich das Stadtbild in den kommenden Jahren deutlich verändern.

Eine weitere wichtige Entwicklung, die das Bild der Stadt aufwerten wird, ist das neue Stadthaus, das zwischen S-Bahnhof und Berg-Center entstehen soll. Nach der aktuellen Planung werden Teile der Stadtverwaltung, die Stadtbücherei und eine Mobilitätszentrale einziehen. Parallel dazu wird der Bahnhof ausgebaut und erhält einen zweiten Bahnsteig. „Im Verbund mit einem 10-Minuten-Takt wird das neue Gebäude auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel nachhaltige Wirkung entfalten“, sagt Westermann.   

Bezogen werden soll das neue Stadthaus frühestens 2022. Wie es aussehen soll, steht inzwischen fest: ein gläserner Würfel, in dessen Erdgeschoss ein Reisezentrum und GL-Shop als Service für Gäste der Stadt einziehen werden. Arbeitsplatzqualität mit lichter Atmosphäre und das Freiraumkonzept wurden von der Auswahl-Jury gelobt. Kein Vergleich also zu den stark renovierungsbedürftigen Stadthäusern an der Gohrsmühle. Wenn diese Gebäude mittelfristig abgerissen werden können, entsteht mitten im Zentrum Raum für Stadtentwicklung. 

Eine weitere Veränderung betrifft ebenfalls die Innenstadt: Die Evangelische Kliniken Rheinland gGmbH, in deren Verbund das Evangelische Krankenhaus (EVK) organisiert ist, haben bereits vor einigen Jahren das Grundstück der Alten Feuerwache am Fuß des Quirlsbergs erworben. Aktuell ging nun auch das Kulturhaus Zanders an die Holding. Für die zukünftige Nutzung wird aktuell über ein Therapiezentrum für das EVK nachgedacht.

Was die anderen Bergisch Gladbacher Ortsteile angeht, ist die Bensberger Schlossgalerie mit Abstand der größte, lange erwartete Entwicklungsschritt. Die Galerie soll auch dem Bensberger Einzelhandel weiteren Anschub geben. „Wir müssen den Einzelhandel aber auch mit weiteren Maßnahmen stärken“, sagt Westermann. In der Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft der Händler in „Bensberg entdecken“ gehe es zum Beispiel um die Verknüpfung von Online- und Offline-Geschäft. Die Nahversorgung in den Stadtteilen habe nach wie vor hohe Priorität, aber auch das Thema Gastronomie sei ausbaufähig, um attraktive Zentren zu erhalten.

Wirtschaftsförderung
in Bergisch Gladbach
Martin Westermann
Telefon: +49 2202 14-1424
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Gewerbefläche als rares Gut

Das Gewerbegebiet Obereschbach war nach 20 Jahren das erste größere Gebiet zur Ansiedlung von Unternehmen. „Zeitnah sehe ich keine neuen Flächen“, sagt Wirtschaftsförderer Martin Westermann. Obereschbach sei erfolgreich. Die Qualität der Unternehmen stimme und fast alle kämen aus Bergisch Gladbach. Die letzten verfügbaren Grundstücke sind derzeit in der Verhandlung.  Bei den knappen Ressourcen, die die Stadt hat, ist es herausfordernd, bestehenden und neuen Betrieben Ansiedlungs- oder Expansionsfläche anzubieten. Während sich Isotec auf dem Köttgen–Gelände neu ansiedeln kann, setzen andere Unternehmen auf Umbau und Erweiterung am bestehenden Standort. So bereitet Krüger auf einer weiteren Fläche eine zukünftige Expansion der Produktion vor und auch Miltenyi expandiert in Moitzfeld stetig weiter. „Da ist Wachstum!“, sagt Westermann.