Nachbarn retten den „Alten Lindenhof“ – Wiedereröffnung nach anderthalb Jahren Leerstand

Der idyllisch gelegene Biergarten gilt als einer der schönsten der Gegend und lockt Ausflügler aus dem Gierather Wald oder dem Thielenbruch zur kulinarischen Einkehr.

Dem „Alten Lindenhof“ drohte das gleiche Schicksal wie zuvor schon unter anderem Haus Kradepohl: Leerstand, Abriss. Und der Stadt Bergisch Gladbach ein weiteres Mal der Verlust eines Traditionsgasthauses, das über Generationen Treffpunkt der Menschen war. Dem Stadtteil Gierath bleibt das erspart – und den rund 100 Jahren als Gasthaus sollen nun noch viele weitere folgen. „Sonst gibt es doch hier nichts mehr, wo man sich abends auf ein gepflegtes Kölsch treffen kann“, hatte Manfred Lorenz erkannt. Anderthalb Jahre stand der Lindenhof leer, was der Unternehmer, dessen Garten- und Landschaftsbaubetrieb gleich um die Ecke liegt, nicht hinnehmen wollte.

 

Also kaufte er kurzerhand das schmucke Fachwerkensemble, modernisierte es und – nachdem die Idee des Verpachtens schnell verworfen worden war – gründete mit Freunden eine Betreibergesellschaft: Neben Lorenz Senior, dem Juristen Dr. Lars Hölzer und Einzelhändler Guido Korn ist auch Lorenz‘ Sohn Maximilian Gesellschafter der GmbH. Der 26-Jährige ist in seinem Kölner Restaurant „L‘escalier“ gerade mit dem berühmten Michelin-Stern ausgezeichnet worden und soll die gastronomische Kompetenz in den Lindenhof bringen. Dass Lorenz Junior mehr kann als Sterneküche, hat er bereits mit dem Barbeque-Konzept des PigBull (www.pig-bull-bbq.de) und seinem Event-Imbiss S-MAX bewiesen: „Wir wollen hier eine ehrliche Gasthaus-Küche anbieten. Mit klassischen Gerichten aus guten Zutaten. Das Handwerk spielt für uns eine große Rolle, deshalb wollen wir versuchen, möglichst viel von Grund auf selbst zu machen. Convenience-Produkte haben in unserer Küche nichts zu suchen!“ Dieses Konzept umsetzen soll Küchenchef Kevin Wohlgemuth: Neben echtem Wiener Schnitzel vom Kalb gehört auch ein Sonntagsbraten zur wöchentlich wechselnden Karte. An diesem Tag, so der Wunsch der neuen Betreiber, soll sich die ganze Familie zum Essen wieder zusammenfinden.

 

Maximilian Lorenz (r.) mit Lindenhof-Küchenchef Kevin Wohlgemuth

„Gute Gasthausküche ohne Convenience“

 

Neben dem Restaurant mit 40 Plätzen und der kleinen Schänke werden aber auch die Kegelbahn und der schöne Biergarten Gäste anlocken: Idyllisch zwischen Thielenbruch und Gierather Wald gelegen, speist man dort unter großen Lindenbäumen – die jedoch keineswegs Namensgeber des Hauses waren. Der 1680 erbaute Lindenhof erinnert an die Erbauer, Familie Linten. Schon 1920 wurde dort eine Gastwirtschaft betrieben, die Milchprodukte, aber auch Likör und Bier anbot. Über viele Jahre hieß das Gasthaus „Haus Schlodderdich“, führte aber schon da den „Alten Lindenhof“ mit im Namen.

www.alter-lindenhof.de