Seit einem Jahr gibt es in Overath-Untereschbach die Kreativagentur Förderturm

Die matte silbergraue Fläche fühlt sich ein wenig gummiartig an. Unterbrochen wird sie von einem diagonalen Streifen. Hier ist der Name Markus auf weiß glänzendem Grund zu lesen. Die Buchstaben des Nachnamens verschwinden hinter dem Silbergrau. „Sie müssen die Information zutage fördern wie bei einem Rubbellos“, sagt Markus Engelbertz. Die Visitenkarte ist Information, Arbeitsprobe und Selbstverständnis in einem. Erarbeiten, was naheliegt, aber noch nicht offensichtlich ist. Ans Tageslicht bringen, was verborgen ist. Das ist Anspruch und Philosophie der Overather Agentur Förderturm.

Seit einem Jahr sitzt die Kreativagentur in der Eschbacher Mühle, dem ortsprägenden gelben Haus an der Kreuzung in Untereschbach. „Wir haben etwas Historisches gesucht, mit Charme und Charakter“, sagt Engelbertz. Anfangs hatte er Bedenken wegen des Verkehrsaufkommens an der Kreuzung, dass es deshalb zu laut sein könnte. „Doch hier drinnen ist es sehr ruhig“, so der 41-Jährige. „Wir haben einen schönen Innenhof und sind in direkter Nähe zu Tradition und Handwerk.“ Das spiegelt sich auch in der Inneneinrichtung wider. Überall sind Bergbauutensilien zu sehen: ein Grubentelefon, ein alter Spind, Kleiderhaken mit Bergbauemblem, ein Lederhelm, eine Grubenlampe. An den Wänden hängen großformatige Fotos vom Lüdericher Förderturm. „Die Grube ist in Sichtweite“, erklärt Engelbertz. In seinem Büro hat er eine historische Luftaufnahme: Die Eschbacher Mühle ist das größte Gebäude im Tal, im Hintergrund ist der Lüderich zu sehen.

Kreatives Momentum, gepaart mit unserem Anspruch, eine „Manufaktur“ zu sein

Standort und Name sind zwar neu, doch Engelbertz ist in seinem Metier ein alter Hase. „Ich bin seit 23 Jahren selbstständig“, erzählt er. Er studierte visuelle Kommunikation in Düsseldorf und gründete mit einem Partner die Agentur ES in Frechen. Zehn Jahre lang pendelte er von Rösrath nach Frechen. „Ich stand stundenlang im Stau, das wurde einfach zu viel mit der Zeit, vor allem wenn man zwei Kinder hat.“ Die Entwicklung von Marken und ihre Umsetzung in Kommunikationsmedien sind das tägliche Geschäft der Agentur. Einer der großen Kunden ist Bosch. Seit acht Jahren arbeitet die Agentur für das Unternehmen, vorrangig für Bosch Professional. „Wir haben eine Toolbox-App mit vielen nützlichen Funktionen für Handwerker gestaltet“, sagt Engelbertz. „Sie wird weltweit vermarktet, bis jetzt gibt es über sechs Millionen Downloads.“ Für die neuen Akkus von Bosch Professional entwickelte die Agentur die Kampagne. „In einem Kreativworkshop mit dem Kunden haben wir die Leitidee und das zentrale Bildmotiv erarbeitet, anschließend dann die Umsetzung der Kampagne in alle Kommunikationsmedien.“ Das zentrale Leitmotiv „Der kann immer“ war dem Auftraggeber dann doch etwas zu gewagt. „Jetzt heißt es ‚Immer einsatzbereit’“, erklärt Engelbertz.

Für die Firma Devolo, weltweiter Marktführer bei Netzwerklösungen über die Stromleitung, entwickelte die Agentur das Konzept und Design für eine Software zur Heimautomatisierung. „Hiermit lassen sich ganz einfach die Heizung, das Licht, die Kaffeemaschine und vieles mehr per Smartphone, Tablet und PC steuern – egal von wo aus“, erklärt der Agenturinhaber. „Auch die Markenstrategie haben wir entwickelt.“

Auch in eigener Sache war das Unternehmen in letzter Zeit sehr aktiv, um den Neuanfang in Overath zu begleiten: Die ehemalige Bergbauregion als neuer Standort führte zur Grundidee. „Und da lag der Name Förderturm nahe, zumal wir neue Ideen zutage fördern“, erinnert sich der Geschäftsführer und wundert sich noch heute, dass dieser Markenname noch nicht benutzt wurde, auch nicht im Ruhrgebiet. Die Marke wurde strategisch geplant und in Form von Logo, Corporate Design, Internetseite und Anzeigen umgesetzt. Jetzt fördern die Mitarbeiter für ihre Kunden Kreatives zutage. „Für uns ist erst Schicht im Schacht, wenn wir Gold für die Kunden gefunden haben“, sagt der Rösrather mit einem Lächeln.

Markus Engelbertz ist mit seiner Agentur von Frechen nach Overath umgezogen. Foto: Landschoof

Markus Engelbertz ist mit seiner Agentur von Frechen nach Overath umgezogen.
Foto: Landschoof

Über den Namens- und Ortswechsel wurden die Kunden mit einer süßen Post informiert. „Aus ES wird jetzt Förderturm“, hieß es in dem Schreiben, beigelegt war ein Twix-Schokoriegel – in Anlehnung an den Werbeslogan „Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix“ aus den 1990er-Jahren.

„Wir wollen nichts Durchschnittliches liefern, sondern immer wieder positiv überraschen“, sagt der 41-Jährige. So verschickte Förderturm zu Weihnachten schokoladige Goldbarren. Und zum Geburtstag bekommen die Kunden eine Knautschfigur namens BergbauSeb geschenkt. Engelbertz: „Wenn Förderturm etwas macht, dann muss es dieses kreative Momentum haben, gepaart mit unserem Anspruch, eine ‚Manufaktur‘ zu sein. Beste Qualität mit Liebe und Leidenschaft vollendet.“

Förderturm Agentur GmbH
Olper Straße 10–12
51491 Overath
Tel.: +49 2204 70369-00
Fax: +49 2204 70369-09

goldrausch@foerderturm-agentur.de
www.foerderturm-agentur.de